Delitzsch. Dietmar Biebl und die im September 2009 im Delitzscher Bürgerhaus gegründete "Initiative pro Kreisverkehr" haben einen zweiten Etappensieg erreicht. Der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages besuchte dieser Tage Delitzsch und die Region, um sich mit dem Anliegen und den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Einen ersten Sieg hatten die Frauen und Männer um Biebl verbuchen können, als innerhalb eines guten Jahres 3125 Unterschriften zusammenkamen und diese Liste dem Landtag im September überreicht werden konnte.
Der Vorsitzende des Ausschusses, Peter Wilhelm Patt (CDU), leitete die Delegation in Delitzsch. Er sorgte auch dafür, dass die zuständigen Behördenvertreter der Landesregierung, des Landratsamtes Nordsachsen und der Stadt Delitzsch daran teilnahmen. Zudem schickte das Straßenbauamt Leipzig und die Polizeidirektion Westsachsen Vertreter.
Dem Delitzscher Biebl geht es insbesondere um die Entschärfung von drei Kreuzungsbereichen: die Staatsstraße 4, Kreuzung Zschernitz/Klitschmar, die Bundesstraße 183 a Dübener Straße, Kreuzung Kommunale Straße 7447 (Umgehungsstraße), und die Bundesstraße 184, Ecke Brodauer Dorfstraße (Brodauer Stempel).
Da es sich um ein Arbeitstreffen mit beratendem Charakter und zudem noch um ein laufendes Verfahren handelt, war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Im Nachhinein berichtete Dietmar Biebl von einer konstruktiven und offenen Diskussion, in der der Ausschussvorsitzende mehrfach die Frage gestellt haben soll: "Was spricht denn dagegen?" Offenbar hatten sich die Gespräche mehr um die Thematik des Kreuzungsausbaus gedreht und die Argumentation eine zu einseitige Richtung bekommen.
Alle drei Kreuzungen wurden angefahren. Ein örtliches Busunternehmen stellte dafür das Fahrzeug zur Verfügung. Delitzschs Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) bewertet die Atmosphäre des Treffens als "sehr aufgeschlossen". "Ich glaube, es ist zu erwarten, dass der Petitionsausschuss in seinem Vorschlag an das Gremium sehr positiv reagieren, allerdings auch auf Prioritätsgesichtspunkte hinweisen wird", so Schöne. Es seien vor allem die finanziellen Möglichkeiten zu betrachten. Schöne habe sich nochmals für den Ausbau des Brodauer Stempels stark gemacht und darauf verwiesen, dass mit der touristischen Erschließung des Werbeliner Sees auch ein größeres Aufkommen an Fahrzeugen zu erwarten sei. Die Runde kam insgesamt überein, dass Kreisverkehre richtig und sinnvoll sind.