4. Dezember 2010 Nico Fliegner (Leipziger Volkszeitung)

Politiker sagen Heide-Region sorgenlose Zukunft voraus

Wirtschaftsminister Haseloff fordert Ausbau der Gesundheitsbranche

Schlaitz. Das Regionale Entwicklungskonzept (REK) Dübener Heide, das die Grundlage für die Zusammenarbeit der Landkreise Nordsachsen, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg untereinander sowie mit dem Verein Dübener Heide als Träger des Naturparks ist, beging sein zehnjähriges Bestehen. Auf einer Heidekonferenz in Schlaitz blickten am Freitag die Akteure zurück und zeigten sich äußerst zuversichtlich, was die Zukunft der Region angeht.
Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) sagte, dass man auf "sehr gutem Weg" sei. "Was entstanden ist, wollen die Bürger, sonst wären wir heute nicht hier." Czupalla lobte, dass die Landkreise sich mit dem Zukunftsthema erneuerbare Energien beschäftigten, auf Solar, Geothermie und Biomasse setzten. Dies sei der richtige Weg, "daran müssen wir weiter arbeiten". Ebenso seien im Bereich Kurwesen Fortschritte erzielt worden. Die Städte Bad Düben und Bad Schmiedeberg ergänzten sich mit ihren unterschiedlichen Profilen und seien insbesondere für den regionalen Arbeitsmarkt bedeutsam.
Den Worten konnte Reiner Haseloff, CDU-Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt, zustimmen. Haseloff sprach von etwa 10 000 Beschäftigten auf diesem Sektor. Die Synergien zwischen den beiden Kurstädten seien "überlebenswichtig". Haseloff plädierte dafür, den Bereich der Gesundheitswirtschaft weiter auszubauen. "Die Dübener Heide ist stark, hat Potenzial und tritt geschlossen auf", erklärte er. Das Image der Naturregion passe gut zur Gesundheitsbranche und umgekehrt. Hinzu käme der Tourismus. "Kein junger Mensch wird künftig mehr diese Region verlassen müssen, weil ein Arbeitskräftebedarf wieder da ist", so der Wirtschaftsminister weiter. Bereits jetzt habe Sachsen-Anhalt 21 000 Pendler angeschrieben, die für den anhaltischen Arbeitsmarkt benötigt würden. 1500 Kräfte konnten schon vermittelt werden. Czupalla forderte diesbezüglich mehr Initiativen im Bereich Bildung. Das Universitätswesen in Mitteldeutschland müsse vorankommen. "Mit Qualität müssen wir die jungen Leute hier halten."
Über das Regionale Entwicklungskonzept waren in den vergangenen zehn Jahren etwa 50 Projekte, zumeist im Tourismusbereich, auf den Weg gebracht und umgesetzt worden, darunter der Städtebund Dübener Heide, die Mitteldeutsche Kirchenstraße und das Museumsdorf Dübener Heide an der Obermühle in Bad Düben. Die Akteure konnten dabei umfangreiche Fördermittel der Europäischen Union nutzen.
Michael Feist, Vizepräsident der Landesdirektion Leipzig, bezeichnete das REK als "Erfolgsmodell einer länderübergreifenden Arbeit". Die Region sollte die Lutherdekade und alles, was damit verbunden sei, als touristische Chance nutzen. "Ideen und Initiativen sind das Gold, das sich bezahlt macht", sagte er.
Peter Kuras, Vizepräsident des Landesverwaltungsamtes Halle, erklärte, dass sich die Erwartungen an das REK "in vollster Weise" erfüllt hätten. "Die Projekte sprechen für eine hohe Qualität des Prozesses."
Mit der Staffelstabübergabe an Wittenbergs Landrat Jürgen Dannenberg (Die Linke) endete die Heidekonferenz.