Delitzsch (mi/at/hei). Die Landesdirektion hat grünes Licht für den vorzeitigen Baubeginn einer integrierten regionalen Rettungsleitstelle (diese Zeitung berichtete) in Leipzig gegeben. Doch alles geklärt ist bei dem etwa zehn Millionen Euro teuren Projekt noch nicht. Denn im Landkreis Nordsachsen beschloss der Kreistag, die eigene Leitstelle weiter zu betreiben. Und im Landkreis Leipzig steht eine Beschlussfassung zum Thema erst am 4. Mai auf der Tagesordnung.
In der Landesdirektion Leipzig versucht man, den Dissens mit den Nachbarn herunterzuspielen. "Wenn die Angelegenheit hochgespielt wird, dann dauert alles nur noch länger und wird noch teurer", sagte ein ranghoher Behördenmitarbeiter, der sich damit offiziell nicht zitieren lassen will. Der Baubeginn für die Rettungsleitstelle sei schon zum 31. Dezember geplant gewesen und verschoben worden - jetzt müsse unbedingt bis zum 30. Juni der Baubeginn erfolgen, weil sonst die am Projekt beteiligten Partner ihre Finanzzusagen nicht mehr halten würden. Deshalb werde auf jeden Fall gebaut, ob Leipzigs Nachbarn das Projekt wollen oder nicht. Denn es gebe ein Gesetz, das die Einrichtung von regionalen Rettungsleitstellen vorschreibe - und das sei durchzusetzen.
Im Gegensatz zu seinem nordsächsischen Kollegen Michael Czupalla (CDU) sieht Landrat Gerhard Gey (CDU) keine Alternative mehr zur Regionalleitstelle in Leipzig. "Auch wenn wir uns für den Erhalt stark gemacht haben, wir könnten uns diese Lösung als Landkreis finanziell nicht leisten", so Gey. Für die bisherigen Leitstellen würden spätestens ab 1. Januar 2014 keine Betriebskosten mehr von den Kassen anerkannt, geschweige denn notwendige Ersatzinvestitionen.