15. März 2011 Leipziger Volkszeitung

Rettungsleitstelle - Große Unbekannte Nordsachsen

Borna/Grimma (pfü/hei). Die Zentralisierung der Rettungsleitstellen bleibt in der Region Leipzig ein Thema. Während sich Stadt und Landkreis Leipzig in Gesprächen mittlerweile angenähert haben - entscheiden muss der Kreistag -, gibt es aus Nordsachsen weiterhin erheblichen Widerstand gegen eine neue gemeinsame Leitstelle im Oberzentrum.
Der Freistaat verfolgt, einhergehend mit der Einführung des Digitalfunkes, die Strategie, dass für ganz Sachsen noch maximal fünf Leitstellen an den Standorten Dresden, Chemnitz, Leipzig, Hoyerswerda und Zwickau verbleiben sollen. Die Stadt Leipzig, die Landkreise Leipzig und Nordsachsen haben sich lange Zeit nicht zum von der Staatsregierung favorisierten Modell der Regionalleitstelle Leipzig einigen können. Inzwischen sind Stadt und Landkreis Leipzig bei den nötigen Vereinbarungen "relativ weit", wie Kreisbeigeordneter Klaus-Jürgen Linke erklärte. Nordsachsen allerdings lenkt nicht ein mit der Begründung, es gebe in Delitzsch eine funktionierende Einheit, für die auch nach einem Umzug nach Leipzig noch erhebliche Kosten anfallen würden. Zum anderen kämen auf das klamme Nordsachsen erhebliche Forderungen wegen der neuen Leitstelle zu. Die Kreisverwaltung in Torgau bereitet jetzt einen Beschluss für den Kreistag am 30. März vor, in dem die Abgeordneten die Ablehnung per Beschluss besiegeln sollen. Die Landesdirektion Leipzig droht inzwischen den Sofortvollzug für den Landkreis Nordsachsen an, für den Fall, dass er nicht dieser Zweckvereinbarung beitritt. Für Linke ist das nordsächsische Verhalten die große Unbekannte in den Planungen: "Ich sehe nicht den Hauch einer Chance, dass unsere Kreisräte dafür sind, dass wir den Anteil von Nordsachsen übernehmen."