Dreiheide (TZ/ej). Nicht kampflos aufgeben wollen die Dreiheider ihre Grundschule in Weidenhain. Im Gegenteil. Vielmehr wollen sie in den nächsten Wochen und Monaten alles Menschenmögliche versuchen, um die Bildungseinrichtung dauerhaft zu erhalten. Das machten die Abgeordneten des Gemeindeparlaments in ihrer Sitzung am Dienstag dieser Woche noch einmal ganz deutlich.
Wie Gemeinderat Peter Klepel, der zudem als Kreisrat Mitglied des Kultur- und Schulausschusses ist, mitteilte, gibt es drei aufeinanderfolgende Jahre mit nicht zu unterschätzenden Engpässen bezüglich der Schülerzahlen für die ersten Klassen. Deshalb sei der Status der Grundschule in Weidenhain innerhalb der aktuellen Schulnetzplanung des Landkreises Nordsachsen als gefährdet eingestuft worden. Im nächsten Jahr sieht es nach Klepels Aussagen mit 18 ABC-Schützen noch gut aus. Das bestätigte auch Bürgermeister Wolfgang Sarembe in besagter Sitzung noch einmal. Im Jahr 2012 aber sind es aus jetziger Sicht voraussichtlich nur zwölf Erstklässler, ein Jahr später sogar nur neun und im dritten darauffolgenden Jahr erneut nur zwölf.
„Wenigstens für zwei dieser drei Jahre müssen wir eine Änderung der Lage herbeiführen“, sagte Peter Klepel mit Hinblick auf die vom Kultusministerium angedeutete Schließungsabsicht. Möglichkeiten sehen die Dreiheider Gemeinderäte ausschließlich im Abschluss einer Schulzweckvereinbarung. Als ersten möglichen Partner dachten sie dabei ebenso wie Mockrehnas Gemeindeoberhaupt Peter Klepel natürlich an die Pumphutgemeinde und hier genauer definiert an die Kinder aus den Orten Gräfendorf und Wildenhain. „Da aber gibt es zwei Haken. Zum einen würden die Kinderzahlen nicht reichen, um bis zur geforderten Zahl von 15 Erstklässlern aufzustocken. Zum anderen besuchen die Kinder jetzt den Kindergarten in Mockrehna und würden demnach mit der Einschulung getrennt. Ich bezweifle, dass die Eltern damit einverstanden wären“, gibt Peter Klepel zu bedenken.
Eine weitere Möglichkeit, genügend Kinder für die künftigen ersten Klassen zu bekommen, sehen die Abgeordneten in der Gemeinde Trossin und ihren zugehörigen Ortsteilen. „Ich sehe eigentlich nur hier eine wirkliche Chance“, äußerte sich Gemeinderat Harald Barthel. Allerdings bedürfte es neben der Zustimmung der Eltern auch der der Stadt Dommitzsch. Denn in der Gänsebrunnenstadt gehen die Trossiner, Falkenberger und Roitzscher derzeit zur Grundschule. Abgesehen von derartigen Spekulationen waren sich die Abgeordneten am Dienstag einig, dass sie etwas tun müssen. Hans-Jürgen Fink schlug deshalb die Gründung einer kleinen Arbeitsgruppe vor, bestehend aus drei Vertretern des Gemeinderates, dem Bürgermeister, dem Schulelternsprecher und natürlich der Schulleiterin.
Eben diese Gruppe solle versuchen, Dr. Beuchling, als Chef des nordsächsischen Eigenbetriebes kommunale Bildungsstätten, zu einem Vor-Ort-Gespräch in die Grundschule in Weidenhain einzuladen. „Bisher waren alle von unserer Schule angetan, wenn sie sie erst einmal gesehen haben“, so die Hoffnung der Abgeordneten. Gemeinsam mit dem Vertreter des Landkreises müssten schließlich sämtliche infrage kommenden Varianten ausgelotet werden. Dazu bedarf es allerdings der genauen Kenntnis über die zu erwartenden Kinderzahlen sowohl aus den besagten Orten der Gemeinde Mockrehna als auch aus Trossin. Diese sollen bis zum besagten Beratungstermin vorliegen.