Region Oschatz. Eine Region, die mit der Dahlener Heide und den Wermsdorfer Wald für sanften Tourismus punkten will, braucht Radwege. Nicht nur für Urlauber. Bei der Entwicklung der Spritpreise steigt so mancher auf das Fahrrad um. Fakt jedoch ist: Es gibt im ehemaligen Kreis Torgau-Oschatz kein aktuelles Radwegekonzept - im ehemaligen Landkreis Delitzsch schon.
Wichtig sind die Konzepte deshalb, weil es ohne diese Dokumente keine Förderung gibt. Angesprochen wurde das Thema vom Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) bereits im Dezember-Kreistag 2009. Zurzeit seien für die Entwicklung eines Radwegekonzeptes keine finanziellen Mittel vorhanden.
Die Situation ist den Bürgermeistern bekannt und trotzdem plädieren Gabriele Hoffmann (parteilos), Matthias Löwe (Wählergemeinschaft Heidestadt Dahlen) und Matthias Müller (CDU) - die Oberhäupter von Cavertitz, Dahlen und Wermsdorf - unbedingt für Radwege. Vorschläge und Vorstellungen haben sie, aber kein Konzept. Dafür müsse zuerst vom Kreis eines erstellt werden. Übrigens hat der Altkreis Torgau-Oschatz ein solches aus dem Jahr 2004.
"Es muss Geld dafür in den Kreishaushalt eingestellt werden", so Matthias Müller (CDU). Ohne den Kreis gehe es einfach nicht. Er könne sich zum Beispiel einen Elbe-Mulde-Radweg vorstellen.
Gabriele Hoffmann erklärte ebenfalls, dass die Kommune auf den Landkreis angewiesen sei. "Und es hat auch immer etwas mit Geld zu tun." Es müssten Prioritäten gesetzt werden. Schließlich gebe es in jeder Kommune auch noch andere wichtige Probleme. "Trotzdem: Es ist schön, dass wir den Elberadweg in der Nähe haben. Der wird sehr gern genutzt", so Hoffmann.
Dass ein Radwegekonzept wichtig für die Region ist, bestätigte auch Dahlens Bürgermeister Matthias Löwe (WHD). "So etwas geht nicht zwischen Tür und Angel. Wir warten darauf, dass die Kreisverwaltung Initiativen ergreift." Vorstellen kann sich Löwe einen Radweg bis nach Sitzenroda. Mit dem Bau des Bahnhofes in Dahlen könnte auch ein Radweg von Dahlen bis zum Luppaer Bad gebaut werden. Auch ein Geh- und Radweg nach Bucha wäre wichtig. "In Schmannewitz wären die Patienten in den Kliniken sicher auch dankbar, wenn sie einen Geh- und Radweg nutzen könnten." Matthias Löwe ärgert sich, wenn Verkehrszählungen stattfinden und gerade in dieser Zeit nicht viele Radler zu sehen sind.
Das Problem Radwegekonzept liegt auch der Kreisverwaltung im Magen, wie Pressesprecher Rayk Bergner bestätigt. "Wir wissen, dass das von großer Bedeutung ist und bemühen uns, eventuell im nächsten Jahr um eine Realisierung. Derzeit sind wir auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, weil ein solches Konzept recht aufwendig und teuer wird. Aber es ist uns ein Bedürfnis, die Sache zu klären."
Da der Altkreis Delitzsch über ein Radwegekonzept verfügt, könnte auf dieser Grundlage ein Konzept für den Altkreis Torgau-Oschatz erstellt werden.