27. November 2010 Oschatzer Allgemeine Zeitung

Satirischer Wochenrückblick - Nordsachsen muss wachsen

In Nordsachsen wird derzeit am Titel für einen neuen Hollywoodfilm gearbeitet: "Liebling, ich habe die anderen Landkreise geschrumpft." Diese Worte könnten von Landrat Michael Czupalla stammen. Immerhin wird in der Oschatzer Region an allen Fronten für die Vergrößerung des Landkreises gearbeitet. In Mutzschen bemüht sich Bürgermeister Carsten Graf um Wermsdorf und Mügeln buhlt mit Bürgermeister Gotthard Deuse seit dieser Woche offiziell um Schrebitz. Wie Czupallas Amtskollegen Gerhard Gey in Wurzen und Volker Uhlig in Freiberg darauf reagieren ist noch nicht öffentlich geworden. Womöglich sind die beiden Landräte gar nicht vergnatzt darüber, dass ihre Armenhäuser sich im bettelarmen Nordsachsen wohlfühlen könnten. Doch Achtung: Inzwischen gibt es schon Gerüchte, dass sich ganze Landstriche in Südbrandenburg auf einen Anschluss vorbereiten. Immerhin ist für die Mühlberger Region der Oschatzer Raum der Goldene Westen. Der neue Großkreis der Armen hat dann jede Menge zu tun - beispielsweise die Suche nach einem neuen Wappentier. Der Torgauer Bär dürfte es nicht sein, man hat uns schon genug Bären aufgebunden. Aber wie wäre es mit einem Kuckuck? Der passt doch ausgezeichnet zur derzeitigen Finanzlage im Kreis und könnte überall draufgeklebt werden. Oder der Waschbär. Der Allesfresser gehört bekanntlich zu den Tieren, die am wenigsten Müll hinterlassen. Das würde zumindest zur angekündigten Erhöhung der Abfallgebührensatzung passen - Gebührensenkung durch Müllvermeidung. Die besten Chancen hätte möglicherweise der Elefant, das große und starke Arbeitstier. Das kommt vielen auf jeden Fall bekannt vor: Erst strampelt man sich ab und dann hat man den Rüssel. HR