Torgau (TZ). Die Schuldnerquote im Landkreis Nordsachsen ist zurückgegangen. Lag sie im Jahr 2004 noch bei 10,64 Prozent, ist sie heute bei 9,28 Prozent angekommen und pegelt sich so auf Niveau des Bundesdurchschnitts ein. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Leipziger Unternehmens Creditreform hervor. Als Schuldner gelten in diesem Fall Menschen ab 18 Jahren mit schwerwiegenden finanziellen Problemen – gemessen an negativen Gläubiger-Erfahrungen bis hin zur Privatinsolvenz.
Die Gründe für den Rückgang der Schuldnerquote wurden ebenfalls durch das Unternehmen ermittelt. „Grundsätzlich ist es so, dass den Ostdeutschen der Konsumverzicht leichter fällt. Seit der Finanzkrise denken die Menschen einfach mehr darüber nach, was sie an Geld zur Verfügung haben und wie viel sie davon ausgeben können“, sagt Simone Polenz, Mitarbeiterin der Creditreform.
In Belgern ist die Schuldnerquote im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen und liegt aktuell bei 7,93 Prozent. Im Jahr 2004 lag die Quote allerdings noch bei 9,39 Prozent. Die niedrigste Schuldnerquote konnte Belgern 2009 verzeichnen, damals lag sie bei 7,39. Aktuell liegt Belgern unter dem sächsischen Durchschnitt der Schuldnerquote (8,26 Prozent).
Auch Dommitzsch kann sich über eine gesunkene Schuldnerzahl freuen. Lag die Quote zu Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2004 noch bei knapp neun Prozent, liegt sie heute bei 7,92. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der ersten Erfassung im Jahr 2004. Mockrehna hat derzeit mit 7,02 Prozent den Tiefststand der Quote seit 2004 erreicht. Damals lag die Zahl bei 11,18. Den Höchststand hatte Mockrehna 2007 mit 11,73 Prozent. Konnte Schildau 2010 noch einen Anstieg der Quote im Vergleich zu 2009 feststellen, liegt der Wert nun bei 5,94 und ist der niedrigste in der Region Torgau. Mit 11,18 Prozent reihte sich die Gneisenaustadt 2004 neben Mockrena und Torgau ein. Der höchste Wert war 2007 ( 11,73), der niedrigste 2009 mit 5,90 Prozent. Die stabile Marktsituation und der Rückgang der Arbeitslosenzahlen tragen ebenfalls zum Rückgang der Schuldnerquote bei.
„Durch einen neuen Job und das somit geregelte Einkommen konnten sich viele aus der Schuldenfalle befreien oder zumindest die Schulden abtragen“, so Simone Polenz. Schaut man sich die Quote der Stadt Torgau an, so scheint die Zahl der Schuldner im Vergleich zum Vorjahr zu stagnieren. 2010 lag die Schuldnerquote bei 11,29, in diesem Jahr liegt sie bei 11,28 Prozent. Den Höchstwert hatte sie im Jahr 2007 mit 11,73 erreicht. In Beilrode stieg die Schuldnerquote sogar an. Lag die Quote 2010 noch bei 10,76, ist der aktuelle Stand 11,25 Prozent. Den niedrigsten Stand erreichte die Quote 2009 mit 10,24 Prozent.
„Die Zahlen sind nicht so spektakulär. Es gibt immer Gemeinden oder Stadtteile, die eine höhere Quote aufweisen. Die Gründe für eine hohe Schuldnerquote sind regional verschieden. Die Stadt Leipzig weist zum Beispiel in manchen Stadtteilen einen höheren Schuldneranteil auf als in anderen“, erklärt Simone Polenz. Arbeitslosigkeit, die Trennung vom Lebenspartner, Krankheit und das Konsumverhalten sind laut Simone Polenz die Hauptfaktoren für den Weg in die Schulden. Gründe, die wohl besonders für Torgau und Beilrode zutreffen. „Die Quoten lagen in den vergangenen Jahren in diesen beiden Kommunen immer vergleichsweise hoch. Eine Veränderung bei den Bevölkerungszahlen konnten wir dort nicht feststellen. Gründe für den hohen Wert sind mir nicht bekannt“, sagt Polenz.