Kreisgebiet (pfü). Nach über vier Monaten hat das Landratsamt Nordsachsen noch nicht über einen Widerspruch des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Zusammenhang mit der Genehmigung der Schweinemastanlage Klitzschen entschieden. Es geht um viel Geld, teilt der BUND in einer Pressemitteilung mit, "25000 Euro hat das Landratsamt vom BUND rechtswidrig kassiert und will diesen Betrag jetzt offensichtlich so lange wie möglich in der eigenen Tasche behalten", schreibt Hans-Udo Weiland, der Landesvorsitzende des BUND Sachsen.
Dem widersprach die Behörde. "Der Widerspruchsbescheid konnte auf Grund der Anzahl der anhängigen Verfahren nicht bis zum 8. Juli gefertigt werden. Gegenwärtig laufen noch Abstimmungen mit der Landesdirektion Leipzig, deren Ergebnis wir abwarten möchten", sagte Behördensprecher Rayk Bergner gestern auf Anfrage der Kreiszeitung. Mit dem Abschluss des Verfahrens und dem Widerspruchsbescheid könne Mitte August gerechnet werden. Rechtsanwalt Wolfram Günther, der den BUND in dieser Sache vertritt, erhielt diese Informationen vom Landratsamt. Was das Landratsamt hier macht, ist für Weiland ein Skandal. "Das Landratsamt hätte nicht so viele Widersprüche zu bearbeiten, wenn sich die zuständigen Sachbearbeiter endlich an Recht und Gesetz halten würden. Aber das scheint weder Landrat Czupalla zu interessieren, noch viele Mitglieder des Kreistages, die erst kürzlich im Rahmen einer Demonstration in Torgau auf die Missstände im Landratsamt aufmerksam gemacht und um Wahrnehmung ihrer Verantwortung gebeten wurden", so Weiland.