21. März 2011 Gerd Tiedke (Torgauer Zeitung)

Sondersignal ist nicht nur Thema für Feuerwehren

Nordsachsen (TZ/gt). Der Informationsbedarf zu gesetzlichen Neuregelungen im Straßenverkehrsrecht ist nach wie vor hoch, das beweisen die Teilnehmerzahlen der Informationsveranstaltungen von Rainer Runge von der Gebietsverkehrswacht Torgau. TZ sprach mit ihm.

TZ: Wie gestaltet sich Ihr Terminplan in puncto Info-Veranstaltungen in diesem Jahr?
Rainer Runge:
Ich habe über 70 Veranstaltungen allein in diesem Jahr, bin vollends ausgebucht.

Und wenn jetzt noch Nachfragen bestehen?
Keine Chance, bis zum Jahresende lässt mir mein Terminkalender keine Lücke mehr. Ich habe bereits jetzt Nachfragen für 2012.

Welche thematischen Schwerpunkte prägen Ihre Info-Veranstaltungen?
Es ist so, dass ich mir in jedem Jahr ein Hauptthema wähle. In diesem Jahr sind das zum Beispiel die Themen Alkohol als eine der Hauptunfallursachen und Fahren mit Sondersignal. Im ersten Teil jeder Info-Veranstaltung gehe ich immer auf Neuheiten in der Straßenverkehrsordnung ein, dann behandeln wir das Hauptthema. Beim Thema Alkohol zum Beispiel liegt die Tatsache zugrunde, dass in der Bundesrepublik Deutschland jeder vierte Verkehrsunfall durch Alkoholeinfluss hinterm Steuer verursacht wird.

Sie sprechen oft auch vor Kameraden der freiwilligen Feuerwehren. Richtet sich das Thema des Fahrens mit Sondersignal speziell an diese Zielgruppe?
Nein, keineswegs. Das Thema Fahren mit Sondersignal ist von allgemeinem Interesse. Und da gibt es viele Aspekte, die zu beachten sind. Nicht wenige Kraftfahrer handeln noch nach der Regelung aus DDR-Zeiten, dass man unbedingt anhalten muss, wenn sich ein Fahrzeug mit Sondersignal nähert. Unter Umständen fährt ein nachfolgender Kraftfahrer auf das haltende Fahrzeug auf. Unfallverursacher ist dann der, welcher angehalten hat.

Welche Altersgruppe ist bei Ihren Veranstaltungen besonders vertreten?
Da kann ich mich eigentlich nicht festlegen. Es zeichnet sich zwar deutlich ab, dass die meisten Teilnehmer im Alter ab 50 Jahre aufwärts sind, aber es kommen auch junge Menschen im Alter von 18, 19 Jahren. Das Interessante ist, dass die Teilnehmer großen Wert auf ihren Stempel auf der Teilnehmerkarte für Verkehrsteilnehmerschulungen legen. So wie das mal zu DDR-Zeiten war, deshalb haben wir die Stempelkarte sozusagen als Nachfolge Anfang der 90er-Jahre neu drucken lassen.