25. Januar 2011 Steffen Brost (Leipziger Volkszeitung)

Städtebund agiert von Düben aus

Koordinatorin Rowena Hiersemann sitzt in der Touristinfo am Paradeplatz

Bad Düben. Die aus Schnaditz stammende Rowena Hiersemann leitet seit Kurzem das Koordinationsbüro des Städtebundes Dübener Heide von Bad Düben aus. Ihren Sitz hat sie in der Stadtinformation am Paradeplatz. "Ich war bis Ende des vergangenen Jahres im Delitzscher Landratsamt. Mit dem Umzug der Stadtinformation ins Naturparkhaus wird der Städtebund hier seine neue Anlaufstelle haben", erklärte sie.
Der Städtebund Dübener Heide wurde 2002 gegründet. Ihm gehören Bad Schmiedeberg, Kemberg, Gräfenhainichen, Dommitzsch, Prettin und Bad Düben an. Außerdem die Landkreise Nordsachsen, Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und der Verein Dübener Heide, der Träger des Naturparks ist.
Seit Gründung des Verbundes kann dieser laut Hiersemann "auf eine erfolgreiche Arbeit" zurückblicken. Zahlreiche Vorhaben konnten realisiert werden. Unter anderem gehört die quartalsweise Städtebundberatung sowie der Erfahrungsaustausch der Bibliotheken und Touristinformationsstellen zu den Aufgaben.
Ein Projekt hat sich in den vergangenen Jahren besonders gut entwickelt. Der alljährliche Vorlesewettbewerb der Grundschulen aus der Region ist zu einem festen Bestandteil der Arbeit geworden. Länderübergreifend werden jedes Jahr die besten Vorleser gesucht. Abwechselnd finden die Wettbewerbe in den beteiligten Städten statt. "Doch vieles scheitert derzeit an den vorhandenen Landesgrenzen. Beispielsweise der Schülerverkehr für Kinder, die aus Bad Düben auf das Gymnasien in Gräfenhainichen und Bitterfeld gehen. Diese Problematik wird den Städtebund auch noch in den nächsten Jahren beschäftigen. Hier müssen wir eine vernünftige Lösung schaffen", sagte Hiersemann.
2007 haben die Bürgermeister des Städtebundes eine neue Pretzscher Erklärung unterzeichnet. Alle wollen zukünftig zu wechselseitigem Vorteil zusammenarbeiten und sich bei Projekten gegenseitig unterstützen. So verfolgt der Städtebund das übergreifende gemeinsame Ziel einer energieautarken Region bis zum Jahr 2020. Um dieses zu erreichen, wird eine Zusammenarbeit bei der schonenden Nutzung und Reproduktion der regionalen Ressourcen und bei der Entwicklung übergreifender Projekte angestrebt. Weitere Vorhaben sind unter anderem die Zusammenarbeit mit den regionalen Partnern, wie beispielsweise dem Verein Dübener Heide oder den Tourismusverbänden der Region, aber auch mit den regionalen Unternehmen, den Bürgervereinen, den zahlreichen Einrichtungen oder den Kirchen in der Dübener Heide. Wichtig sei zudem die Kooperation mit Netzwerken zu Fragen der erneuerbaren Energien, des Tourismus oder der Wirtschaftsförderung mit den Nachbarregionen. Als weiterführende Aufgaben unterstützt der Städtebund die Aktivitäten zur Pflege und lebendigen Darstellung kulturhistorischer Traditionen, insbesondere in den Städten, baut alle Möglichkeiten der Nutzung neuer Medien im ländlichen Raum aus und befördert die Aktivitäten von Unternehmen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.
In diesem Jahr steht noch eine Exkursion ins hessische Laubach, der Partnerstadt von Gräfenhainichen, auf dem Programm, der Besuch eines energieautarken Dorfes im Land Brandenburg sowie ein Erfahrungsaustausch mit dem Städtebund Elbe-Elster.