Nordsachsen (TZ). In Vorbereitung der Neustrukturierung des Katastrophenschutzes per 1. Juli dieses Jahres (TZ informierte) hat der Landkreis Nordsachsen zahlreiche Gespräche mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern, den mit Aufgaben des Brand- und Katastrophenschutz beauftragten Mitarbeitern, den Gemeindewehrleitern und Verantwortlichen der Katastrophenschutz-Einheiten der Städte und Gemeinden geführt. Die Ergebnisse dieser Gespräche flossen mit in die vorgenommene Strukturierung der Einheiten im Landkreis ein. Hierbei wurden die von Bund und Freistaat zur Verfügung gestellten Fahrzeuge, Ausrüstungen und Ausstattungen ebenso mit einbezogen wie eine Gefahrenanalyse des Landkreises und die Stellplätze der Fahrzeuge.
Landrat Michael Czupalla anlässlich der Neuernennung der Zugführer im Katastrophenschutz am 23. Juni in Torgau: „Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, haben sich die gesetzgebenden Organe bei Bund und Ländern in den vergangenen Jahren zahlreiche Gedanken zum System der Gefahrenabwehr in Deutschland und im Freistaat Sachsen gemacht, welche sich auch auf den Landkreis Nordsachsen auswirken. Ein Grund für die Neuausrichtung sind insbesondere die aktuellen Gefahren.“ Er wies in diesem Zusammenhang auf vermehrt auftretende Extremwetterlagen, Starkniederschläge, Stürme und Hochwasser hin.
Zur Neustrukturierung der einzelnen Katastrophenschutz-Einheiten: Für die ABC-Gefahrenabwehr werden je ein Gefahrgutzug in Schildau und in Delitzsch sowie ein Erkundungszug in Torgau vorgehalten. Letzterer soll über drei ABC-Erkundungskraftwagen und ein Messleitfahrzeug verfügen. Der derzeit in Torgau stationierte ABC-Erkundungskraftwagen (im Foto) soll zum Zeitpunkt der noch nicht datierten Auslieferung des Messleitfahrzeuges zur Feuerwehr der Stadt Dahlen umgesetzt werden. Die Fahrzeuge des Erkundungszuges Torgau sind in Torgau, Dommitzsch und in Schkeuditz stationiert.
Der Gefahrgutzug Schildau verfügt über ein Mehrzweckfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug, einen Gerätewagen Gefahrgut (fehlte zum 1. Juli noch) sowie über ein Dekontaminationsfahrzeug. Die Fahrzeuge sind in Schildau und Oschatz stationiert.
Die Katastrophenschutz-Einheiten Brandschutz verfügen über zwei Löschzüge Retten in Taucha und Döbrichau sowie über zwei Löschzüge Wasserversorgung in Hohenprießnitz und Dommitzsch. Zum Löschzug Retten Döbrichau gehören ein Mehrzweckfahrzeug (stationiert in Döbrichau), zwei Löschgruppenfahrzeuge (stationiert in Döbrichau und in Schmannewitz) sowie ein Rüstwagen mit Standort in Oschatz.
Dem Löschzug Wasserversorgung Dommitzsch stehen ein Mehrzweckfahrzeug (in Dommitzsch), zwei Löschgruppenfahrzeuge (in Dommitzsch und Belgern), ein Schlauchwagen sowie ein Schlauchanhänger (fehlte zum 1. Juli noch), beide stationiert in Süptitz, zur Verfügung. Die endgültige Stationierung der Führungsgruppen Brandschutz und Sanitätswesen und Betreuung sowie des Löschzuges Waldbrand wird erst zeitnah zum Erhalt der hierfür benötigten Fahrzeuge festgelegt.
Die Katastrophenschutz-Einheiten Sanität und Betreuung bestehen aus den Einsatzzügen Delitzsch (Träger DRK Delitzsch), Taucha/Eilenburg (Träger ASB Leipzig/DRK Eilenburg) sowie Torgau (Träger DRK Torgau-Oschatz). Der Einsatzzug Torgau verfügt über ein Mehrzweckfahrzeug, einen Gerätewagen Sanität, zwei Mannschaftstransportwagen, drei Notfallkrankenwagen (derzeit Krankentransportwagen mit je vier Tragen), einen Gerätewagen Betreuung, einen Gerätewagen Versorgung (fehlte zum 1. Juli noch), einen Feldkochherd sowie einen Kühlanhänger (fehlte zum 1. Juli noch). Diese Fahrzeuge werden in Torgau (8), in Oschatz (1) sowie in Dahlenberg (2) stationiert.
Vor der offiziellen In-Kraft-Setzung der neuen Struktur ernannte Landrat Michael Czupalla am 23. Juni die Zugführer für die neuen Einheiten. Dies sind für den Bereich Torgau-Oschatz: Michael Holike für den Sanitätszug Torgau, Uwe Sehmisch für den Löschzug Retten Döbrichau, Andreas Müller für den Löschzug Wasserversorgung Dommitzsch, Jens Burghardt für den ABC-Gefahrgutzug Schildau und Thomas Richter für den Erkundungszug Torgau.