1. April 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - Applaus im Tal der Tränen


Die Stimmung stimmt im Kreistag, auch wenn die Zustimmung noch Reserven aufweist. Millionenschulden im dreistelligen Bereich, eine relativ hohe Kreisumlage, eine Entschuldung nur mit Kassenkrediten, nicht umzusetzende Mindestzuweisungen und dennoch Lob und Anerkennung von allen Fraktionen für Kämmerer Kai Emanuel und seine Mannschaft. Das ist nicht selbstverständlich. Emanuel besitzt offenbar das Talent, sich auf der Glatze Locken drehen zu können. Er hat professionell und kreativ innerhalb kürzester Zeit eine beschlussfähige Rolle rückwärts hingelegt. Vom Doppelhaushalt zum einjährigen Haushalt 2011, unter Berücksichtigung der neuen Hartz-IV-Rahmenbedingungen. Die Zahlen bleiben rot, die Aussichten trübe. Aber es glimmt ein Lichtlein am Ende des Tunnels, das den Weg aus der Krise zeigen könnte. Das neue Wir-Gefühl unter den Abgeordneten macht optimistisch, dass die Konsolidierung gemeinsam und nachhaltig gelingen könnte. Es steht aber auch fest, dass es ohne Bedarfszuweisungen aus Dresden nicht funktioniert. Und auch eine Rettungsleitstelle Leipzig würde Nordsachsen zusätzlich und nicht vertretbar finanziell belasten.