21. März 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - B 87 n nicht im Keim ersticken

Die Bundesstraße 87 neu entwickelt sich immer mehr zum Trauerspiel. Wenn die Politik, und dafür sind die gewählten Volksvertreter da, so eine Verkehrsader für sinnvoll erachtet und auf den Weg bringt, muss sie diese auch konsequent durchsetzen und begleiten. Dann darf auch ein Bundesverkehrsminister nicht gleich nach ersten Protesten und Hochrechnungen kippen und die Trasse kaputtschrumpfen. Damit werden für jeden Kilometer Trasse hunderte verschiedene Vorschläge und Ansichten provoziert, die zu gar nichts führen. Über das Wie muss diskutiert und vielleicht auch gestritten werden, ohne die B 87 n jedoch grundsätzlich in Frage zu stellen. Dass der BUND dagegen ist, liegt in der Natur der Sache. Ablehnung ändert jedoch nichts daran, dass der Osten des Landkreises abgekoppelt ist und die Verkehrsverbindungen nicht zeitgemäß sind. Anstatt alles zu zerreden, sollte die nach vielen Jahren auf den Weg gebrachte Entscheidung "vierspurige B 87 n" weitergeführt werden. Bis zur Umsetzung vergeht sowieso noch sehr viel Zeit. Natürlich müssen alle Träger öffentlicher Belange ihr Recht auf Mitbestimmung ausüben dürfen. Und nein, die Trasse sollte nicht durch Landschaftsschutzgebiete führen. Die Trassenführung steht aber noch gar nicht fest. Es geht hier nicht um persönliche Betroffenheiten, sondern um die einer ganzen Region.