25. August 2011 Karin Rieck (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - Fronten sind trotzdem verhärtet

Im Streit um Schweinemastanlagen mit der Kreisverwaltung im Landkreis Nordsachsen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen in persona des Zscheppliners Hans-Udo Weiland einen ersten Teilerfolg erzielt. Und damit vorerst klar gestellt, dass die Behörde offenbar nicht immer das Recht auf ihrer Seite hat. Der Fall Klitzschen in der Gemeinde Mockrehna bekommt mit dem Einlenken des Landratsamtes zudem den schalen Beigeschmack, den Weiland für sich mehrfach zu propagieren wusste: Den stets aufmüpfigen "Freunden der Erde", wie sich die Umweltaktivisten selbst nennen, hätte einer "reingedreht" werden sollen, wie man es salopp auch ausdrücken könnte. Schaden macht klug, wird immer behauptet. Die weiteren Entwicklungen werden zeigen, ob das wirklich so ist. Denn für Widersprüche bezüglich einer geplanten Schweinemastanlage in Zschepplin stehen sowohl für die Gemeinde als auch den BUND ebenfalls Gebührenbescheide ins Haus. Und auch in dieser Gemeinde haben, wie berichtet, die Anwälte bereits gut zu tun. Beim Thema Schweinemast sind die Fronten inzwischen ziemlich verhärtet. Auch ein freundlicher Anruf des Landrates bei Schweinemast-Gegner Weiland ändert daran nur wenig.