5. Juli 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - Konzept als Grundlage nutzen

Der Landkreis hat ein Energiekonzept. Das haut vermutlich die wenigsten Nordsachsen vom Hocker. Zudem ist das 75-seitige Papier schwere Kost. Es ist vollgestopft mit Analysen, Betrachtungen, Aussagen, Bilanzen, Daten und Zielstellungen. Unter anderem. Seit der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima fliegen einem die Schnellschüsse um die Ohren. Japan hat Aktionismus in der Politik ausgelöst. Dass die Kanzlerin den Atomausstieg verkündet und Grüne dagegen sind und darüber erst einmal abstimmen wollen, hätte vor dem Unglück in jedes Karbarett-Programm gepasst. Unabhängig davon spielt das Thema Energie eine wichtige Rolle, auch hier im Landkreis, der sich seit 2007, und damit lange vor Fukushima, um dieses Konzept bemüht. Es ist wichtig und richtig zu forschen, zu fördern und nach nachhaltigen, sicheren und vor allem sozial verträglichen Energiequellen zu suchen. Wer die Atomkraftwerke abschaltet, muss auch wissen, wie es weiter geht. Möglichst ohne Atomstrom aus Frankreich oder Tschechien. Für die Menschen müssen Strom, Wärme und Gas bezahlbar bleiben. Das Konzept des Landkreises ist eine Grundlage, dem auch in Zukunft gerecht zu werden.