7. Dezember 2011 Heike Liesaus (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - Logische Konsequenz

Der Zweckverband für Beschäftigungsförderung Nordsachsen war eine Krücke, ein Hilfsmittel, mit dem Menschen aus Eilenburg und Doberschütz, die auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum eine Chance hatten, für gewisse Zeit einen bezahlten Job und Lebensinhalt bekamen. Nicht ausgeschlossen, dass jemand auch deshalb später auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fasste. Und die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit war sinnvoll, wurde gebraucht. Das ist nun voraussichtlich in dieser Form vorbei. Stadt und Gemeinde können den Betrieb ohne die Mittel, die bisher vom Bund für ABM & Co. ausgereicht wurden, nicht aufrecht erhalten. Die Konsequenz: Der Verband wird aufgelöst. Das Problem: Diejenigen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt durchkämpfen können, sind immer noch da. Und die Aufgaben, die sie bisher übernahmen, sind es auch. Die Mittelkürzungen für ABM wirken wie der Rat: Wirf deine Krücken weg und du bist gesund.