30. November 2011 Kay Würker (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - Nicht neu, aber Signal für neue Ideen

Eine Überraschung ist es nicht: Dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung allgemein steigt, lässt sich seit Jahren aus den Statistiken lesen - lediglich die Zahlen fallen immer höher aus. Verbreitete Landflucht und vergleichsweise niedrige Geburtenzahlen tragen dazu bei. Es könnte daher eher als Überraschung gelten, wenn das in Nordsachsen und seinen Kommunen anders wäre.
Dennoch hat die Nachricht über im Schnitt älter werdende Einwohnerschaften mehr als ein Schulterzucken verdient. Gerade weil die auf dem Kopf stehende Alterspyramide seit Jahren unumstößlich ist, ist die Demografie-Statistik als Aufforderung zu verstehen - an die betroffenen Kommunen, sich darauf einzurichten. Und Kommunen bestehen nicht nur aus Verwaltungen. Das sind auch Dienstleister, Vereine, Privatleute, Wohlfahrtsverbände. Sie alle sind gefragt, den Bedürfnissen einer wachsenden Zahl an Rentnern entsprechende Angebote gegenüberzustellen. In Einzelfällen findet das bereits statt - in Form von seniorengerechten Wohnungen oder Pflegeservices etwa. Doch die Palette lässt sich ausbauen, mit verbesserten Nahversorgungsstrukturen oder Freizeitofferten. Gewiss: Dieser Wandel kostet Kraft. Doch ohne solche Angebote folgt für viele Kommunen aufs Älterwerden das Aussterben - weil die Alten den flüchtigen Jungen hinterherziehen.