Mit geschlossenen Sitzungen ist es so ein bisschen wie mit einem Waschsalon. Da wird mitunter ziemlich schmutzige Wäsche gewaschen, drin kann es jeder sehen und hören, aber keiner soll was sagen. Und doch dringt eigentlich alles an die Öffentlichkeit. Was nicht ausschließlich gut sein muss. Ergo könnte sich der Kreistag den Stress mit der Geheimniskrämerei sparen und gleich die Karten auf den Tisch legen. Denn mit den Informanten ist das auch so eine Sache. Die bringen vor allem ihre eigenen Wahrheiten unters Volk. Was in der Natur der Sache oder der Partei liegt. Der nordsächsische Haushalt zählt als Verschluss-Sache, die dieses Prädikat jedoch nicht verdient, wie Presseveröffentlichungen zum streng geheimen Thema zeigen. Selbstverständlich müssen sich Kreisräte oder andere Abgeordnete auch mal hinter verschlossenen Türen auseinandersetzen können. Die grundsätzliche Nichtöffentlichkeit, die es nachweislich nicht gibt, provoziert Gerüchte und Missverständnisse. Vertrauen und Glaubwürdigkeit bleiben auf der Strecke. Die Abgeordneten haben auch eine Verpflichtung der Öffentlichkeit gegenüber. Die sächsische Gemeindeordnung entfernt sich immer weiter von der Realität, wenn sich die, die sie durchsetzen sollen, als Allererste nicht daran halten.