15. September 2011 Nico Fliegner (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - Ohne Alternative

Die Haushaltssituation der meisten Kommunen in Nordsachsen ist angespannt, das ist kein Geheimnis. Wenn es dann um Ausgaben geht, wird auf jeden Euro besonders geguckt und die Frage gestellt: Muss das wirklich sein? Mit Recht. Doch wenn es um Geld geht, wie im Bad Dübener Fall, das für das Eilenburger Tierheim bestimmt ist, das sich um streunende Katzen und Hunde kümmert - vor allem auch in Bad Düben -, erübrigt sich die Frage nach Sinn oder Unsinn. Jede Kommune kann letztlich froh sein, dass ehrenamtliche Helfer auf der Matte stehen, wenn die Situation mit den Vierbeinern außer Kontrolle gerät. Angesichts der enormen Kosten, die der Verein beispielsweise allein für den Tierarzt monatlich berappen muss (bis zu 6000 Euro!), sind die nunmehr beschlossenen 2000 Euro Mehrausgaben Peanuts. Unbestritten bleibt indes, dass Tiere ohne Halter ein großes Problem sind, das zunimmt. Dieses zu lösen, kann nur die Aufgabe der Gemeinschaft sein. Insofern ist das Prinzip der Umlage richtig und derzeit ohne Alternative. Wohin sonst mit den Tieren, die vielen eine Last sind und die keiner haben will?