Die Kreisräte von Nordsachsen sind nicht zu beneiden. Sie sollen morgen zur Sitzung im Torgauer Schloss Hartenfels eine Entscheidung fällen, die wegweisend für die Qualität der Arbeitsvermittlung in den nächsten Jahren sein wird. Für beide Varianten gibt es gute Argumente, was die Wahl nicht leichter macht. Und egal, welche Organisationsform morgen im Schloss Hartenfels das Rennen macht: Klappt künftig etwas nicht, fällt das auch auf die Kreisräte zurück. Da fast Jeder einen Arbeitslosen in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis hat, können die Vorwürfe schnell ins Persönliche gehen. Dieser Folgen sollten sich die Kreisräte bewusst sein, wenn sie morgen ihre Stimmkarten heben. Die Kreispolitiker sollten sich deshalb nicht nur von parteipolitischen Interessen lenken lassen, sondern von ihrer ganz persönlichen Überzeugung. Schließlich werden sie es sein, die in der Öffentlichkeit für die Kreistagsentscheidung gerade stehen müssen.