27. Oktober 2011 Nico Fliegner (Leipziger Volkszeitung)

Standpunkt - Unmut ist verständlich

Es sind gute und schlechte Nachrichten, die den Landkreis Nordsachsen gestern ereilten. Auf der einen Seite herrscht in Delitzsch große Erleichterung, weil der Bundeswehrstandort in Benndorf erhalten bleibt. Im 40 Kilometer entfernten Mockrehna ist die Stimmung dagegen verständlicherweise getrübt - das Munitionsdepot muss schließen, die Zukunft von 41 Zivilangestellten ist ungewiss, aber nicht verloren. Denn die Beschäftigten fallen relativ weich im Vergleich zu anderen Berufsgruppen, sind sozial abgesichert, die Bundeswehr kümmert sich. Das mag nicht tröstlich sein, weil die Depot-Schließung zu privaten Umständen führen wird. Aber es ist immerhin etwas. Dass die neuen Strukturen überwiegend Unmut auslösen, ist trotzdem nachvollziehbar. Das Depot ist einer der größten Arbeitgeber in der Region zwischen Eilenburg und Torgau, wenn man die etlichen lokalen Firmen einberechnet, die über Jahre hinweg von Aufträgen profitierten. Bundeswehr ist Wirtschaftsförderung pur. In Nordsachsen leider ein Stück weniger.