Nordsachsen will seine Rettungsleitstelle retten und hält an der eigenen Einrichtung fest. Sachsen will zentralisieren. Im modernen Kommunikationszeitalter ist es völlig egal, wo eine Leitstelle steht. Der Notruf könnte in Rostock eingehen und von dort genau so schnell bearbeitet werden wie von Delitzsch oder jedem anderen denkbaren Standort aus. Das Bestreben der Landesregierung ist darum grundsätzlich zu begrüßen, zumal fünf Leitstellen, die angestrebt werden, zweifellos kostengünstiger arbeiten als 22. Wenn in Delitzsch jedoch - und das ist eine Tatsache - eine funktionierende und hochmoderne Einrichtung steht und arbeitet, stellt dass die Zentralisierung in Frage. Wenn sich das klamme Nordsachsen dann auch noch mit erheblichen Summen am Standort Leipzig beteiligen soll, stellt das die Pläne der Landesregierung schlussendlich in Frage. Delitzsch soll dicht machen, um für viel Geld Vorgaben umzusetzen, die weder sinnvoll noch vermittelbar erscheinen. Nordsachsen hält an Delitzsch fest. Das ist richtig und konsequent, auch, weil es die Verschwendung von Steuergeldern verhindert. Vor einer endgültigen Entscheidung und dem Verweigern von Fördermitteln müssen in Dresden darum auch diese Fakten einbezogen und kalkuliert werden.