15. November 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Stichwort - Lehrlinge gesucht - Fakten und Zahlen

98 offene Stellen in der Region Delitzsch-Eilenburg nicht besetzt

Kreisgebiet. Das Ausbildungsjahr hat begonnen und die Situation in den Betrieben stellt sich komplett umgekehrt dar. Heute suchen vor allem Ausbildungsbetriebe nach geeignetem Nachwuchs. Es gibt mehr offene Stellen als Bewerber. In den Arbeitsagenturen in Delitzsch und Eilenburg sind aktuell 98 mehr Lehrstellen als Bewerber registriert.
Die Agenturen erfassen dabei nur die Stellen in den Betrieben. Neben diesen betrieblichen Ausbildungsstellen gibt es beispielsweise auch die Möglichkeit, sich auf schulischem Weg ausbilden zu lassen oder eine Laufbahn bei der Polizei oder Bundeswehr einzuschlagen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. "Es ist definitiv so, dass die Betriebe händeringend nach Azubis suchen. Es fehlt flächendeckend in allen Bereichen. Wir müssen werben und gezielt breiter informieren. Viele wichtige Berufe sind völlig unbekannt. Dazu müssen wir eine intensive Netzwerkarbeit aller beteiligten Akteure organisieren", sagte Catrin Jubeh, Geschäftsstellenleiterin der Agentur Delitzsch.
Was jedoch nicht ausschließt, dass alle Bewerber ihren Traumberuf auch finden. Denn so groß die Not und der Bedarf auch sein mögen: Wer einen Azubi sucht, möchte einen qualifizierten jungen Menschen in sein Unternehmen holen, der möglichst gute Leistungen vorzuweisen hat und hochmotiviert für die Ausbildung ist. Ein weiteres Problem, denn viele Unternehmen finden keine geeigneten Lehrlinge, weil diese die Voraussetzungen nicht erfüllen.
Arbeitgeber melden zunehmend zeitiger die Ausbildungsstellen und setzen vor allem auf Kriterien wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft. Unternehmen suchen bevorzugt Auszubildende aus der Region, sehr viele Unternehmen sind bereit, Praktikaplätze anzubieten. "Am einfachsten ist es, wenn Interessierte beim Unternehmen anfragen. Ansprechpartner für Schüler ist aber auch die Berufsberatung und für Unternehmen der Arbeitgeber-Service in der Agentur für Arbeit", informierte Tino Sandner, Teamleiter im Arbeitgeber-Service. Jubeh rät unbedingt zu einem Praktikum. Denn immer wieder stellen Azubis zu spät fest, dass es der falsche Beruf ist und brechen die Lehre ab. Beispielsweise bei Tagen der offenen Unternehmen und der Ausbildungsmesse gibt es im Landkreis gute Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen.
Die klassischen Ausbildungsberufe genießen bei den Jugendlichen nach wie vor eine große Nachfrage. Die meisten Mädchen oder Jungen wollen Verkäufer, Kaufmann im Einzelhandel, Bürokaufmann oder Kraftfahrzeugmechatroniker erlernen. Gesucht werden unter anderem Tierwirte, Mechaniker, Metallbauer, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gastronomen, Klimatechniker und Gerüstbauer.