9. Dezember 2010 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Thomas Emrich ist neuer Kreisbrandmeister

Hesse tritt ab 1. Januar seinen Dienst an / Abgeordnete beschließen Entschädigungen für Kameraden

Torgau. Mit großem Vertrauensvorschuss haben Nordsachsens Kreisräte gestern Abend bei ihrer Sitzung auf Schloss Hartenfels Brandinspektor Thomas Emrich zum neuen hauptamtlichen Kreisbrandmeister bestellt. Die 74 anwesenden Kreisräten fällten diese Entscheidung einstimmig.
Emrich ist Jahrgang 1967 und wohnt in Lich (Hessen). Der 43-Jährige ist ledig und wurde in Butzbach, der Partnerstadt von Eilenburg, geboren. Er hat die Befähigung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst und wird seinen Wohnsitz in den Landkreis Nordsachsen verlegen. Zuletzt war er an der Landesfeuerwehrschule Hessen tätig. "Ich bedanke mich für das Vertrauen und hoffe auf gute Zusammenarbeit", so Emrich nach seiner Wahl. Er habe bereits erkannt, dass es auch in Nordsachsen Probleme in der Ausbildung gebe. Denen möchte er sich stellen.
Bis Ende dieses Jahres sind die Kreisbrandmeister im Freistaat Sachsen ehrenamtlich tätig. Diese gesetzliche Regelung endet jedoch. Ab 2011 ist diese Funktion eine hauptamtliche. Der amtierende Kreisbrandmeister Heinz Noll scheidet dementsprechend zum Jahresende aus.
Zu den Aufgaben von Emrich gehört unter anderem, Aufstellung, Ausrüstung, Leistungsstand und Einsatzbereitschaft der Wehren zu überprüfen und deren Zusammenarbeit zu unterstützen. Ihm können Aufgaben des Katastrophenschutzes übertragen werden. Zuständig und tätig ist er unter anderem in folgenden Lehrgängen: Verkehrsunfall, Gerätewart, Maschinist, Ausbilder, Bootsführer, Sanitäter und Gruppenführer.
Auf eine hausinterne Ausschreibung im August hatte sich kein Interessent gemeldet. Nach öffentlicher Ausschreibung gingen neun Bewerbungen ein, von denen jedoch nur zwei die gesetzlich vorgeschriebenen Befähigungen beinhalteten. Nach persönlicher Vorstellung beider Bewerber entschieden sich die Vorsitzenden der Kreisfeuerwehrverbände, Mitarbeiter der Verwaltung (Dezernat) und des Personalrates für den Hessen, der einen persönlich und fachlich sehr positiven Eindruck hinterlassen habe.
Mit dem Thema Aufwandsentschädigungen an Ausbilder und Helfer befasste sich ein weiterer Beschluss mit dem Thema Feuerwehren. Der Landkreis ist zuständig für die Aus- und Fortbildung der Kameraden. Ausbilder und Helfer werden mit einem Pauschalbetrag für ihre Arbeit entschädigt. Nach der Novellierung der Sächsischen Feuerwehrverordnung wurden im vergangenen Jahr die Sätze für diese Aufwandsentschädigung zur Motivation und Würdigung des Ehrenamtes angehoben. Ausbilder erhalten nun 15 Euro (bisher 11) und Helfer 7,50 Euro (bisher 5,50 Euro) pro Stunde. Für Nordsachsen ergeben sich dadurch Mehrkosten in Höhe von 10000 Euro jährlich.