Oschatz. Die Einwohner im Gebiet des Abfallverbandes Nordsachsen (Region Torgau-Oschatz-Döbeln) produzieren immer weniger Müll. Das geht aus der Abfallbilanz 2009 hervor, die Verbandsgeschäftsführerin Petra Hempel zur jüngsten Sitzung vorstellte.
Jeder Einwohner der Region hat im Jahr 2009 genau 114 Kilogramm Müll (Restabfall) in die Tonne geworfen. Das waren vier Kilogramm weniger als im Jahr 2008. Bei der Entsorgung von Altstoffen und Sperrmüll, die in der Region Oschatz über die Abfallgebühr finanziert wird, gibt es dagegen keinen Rückgang. Die Menge an Papier, Glas und Kunststoffen (Altstoffe), die jeder Einwohner im Einzugsgebiet des Abfallverbandes Nordsachsen (AVN) im Jahr 2009 entsorgte, ist mit 111 Kilogramm genau so hoch wie ein Jahr zuvor. Und beim Sperrmüll wurden mit 38 Kilogramm pro Einwohner vier Kilogramm mehr als 2008 an die Straße gestellt.
Eine Steigerung hat es auch bei den Bio- und Grünabfällen gegeben, die in der Region Oschatz kostenlos auf Sammelstellen oder in Rechau/Zöschau abgegeben werden können. Wurden 2008 noch 53 Kilogramm je Einwohner abgegeben, so waren es im Jahr 2009 bereits 63 Kilogramm.
Steil bergauf ist es im Jahr 2009 bei den Bauabfällen gegangen. Laut Hempel nahm die Menge erheblich um etwa 10 000 Tonnen auf etwa zehn Kilogramm je Einwohner zu. Den größten Anteil an dieser Entwicklung hatte die Region Torgau-Oschatz. Auf der Baustoffdeponie Süptitz bei Torgau wurde der Bauschutt angeliefert und für die Deponiesanierung sowie den Wege- und Böschungsbau eingesetzt.
"Der AVN hat etwa 30 000 Tonnen Restabfälle zur Entsorgung angeliefert. Die vertraglich gebundene Menge wurde nicht über- und nicht unterschritten", zog Geschäftsführerin Hempel Bilanz zu 2009. Die Abfallentsorgung übernimmt im Auftrag des AVN eine Arbeitsgemeinschaft SITA-WEV Nordsachsen seit Juni 2005 bis zum 31. Mai 2013. Für diesen Zeitraum hat sich der Abfallverband vertraglich verpflichtet, zwischen 25 000 und 40 000 Tonnen Restabfall pro Jahr abzuliefern. Mit 30 000 Tonnen liegt der AVN 2009 im Limit. Nach einer Prognose von Verbandsgeschäftsführerin Hempel wird die Abfallmenge auch bis zum Ende der Vertragslaufzeit am 31. Mai 2013 die Untergrenze nicht unterschreiten. Für dieses Jahr sagt Hempel eine Abfallmenge von 27 980 Tonnen und für 2013 eine Abfallmenge von 26 800 Tonnen voraus.
Hinterlassen Großansiedlungen von Industriebetrieben wie beispielsweise des Solarmodulherstellers Avancis in Torgau deutliche Spuren in der Abfallbilanz, wollte Verbandsrat Michael Sehrt (Die Linke) wissen. "Solche Betriebe produzieren so gut wie keine Abfälle. Das gibt es geschlossene Kreisläufe", sagte Ulrich Fiedler, Umweltdezernent des Landkreises Nordsachsen.