Torgau. Das Bangen und Hoffen um den Fortbestand der Torgauer Haftanstalt scheint beendet. Per Regierungsbeschluss kommt das Aus für Zeithain und Zwickau.
Torgau bleibt, wird aber ein komplett neues Profil erhalten, zu einer Spezialeinrichtung ausgebaut. "Wir sind auf dem Weg, uns zu einer sozialtherapeutischen Anstalt zu entwickeln, wozu unter anderem ein umfangreiches Behandlungs- und Therapieangebot zu erstellen ist, sich unsere Mitarbeiter hinsichtlich der Sucht- und Sozialtherapie qualifizieren müssen! Eine Reduzierung der Zahl der Haftplätze auf dann 247 ist vorgesehen." Für Anstaltsleiter Karl-Heinz Herden ist der Weg klar. Mit aktuell 382 Insassen ist die JVA Torgau voll bis unters Dach. Für das Personal (170 Bedienstete, davon 132 im Vollzugsdienst) bedeutet dies Überstunden und für viele das Erreichen ihrer Leistungsgrenze.
Volles Augenmerk liegt zurzeit auf dem neuen Profil, auf der Sanierung des alten Haftgebäudes. Für rund 800 000 Euro wurde das Dach neu gedeckt. Nottreppen für den Brandfall wurden angebaut. Nun steht der Umbau des Ostflügels an, der bis Jahresende abgeschlossen sein soll. Werkstatt und Schule finden hier vorübergehend Platz. Die Baubetriebe arbeiten schon verlängert, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen. Der gesamte Bau wird sich in den kommenden Jahren in ein modernes Haftgebäude verwandeln, mit abgeschlossenen Etagen, viel Glas und Dienstzimmern im einstigen Treppenhaus. Behandlungsvollzug und Therapie sind dann unter besten Bedingungen möglich. "Durch den Umbau und die Reduzierung der Haftplätze entfällt der zunächst angekündigte Neubau eines Hafthauses", informierte Karl-Heinz Herden.