Region. Der Katastrophenschutz in Sachsen und damit auch im Landkreis Nordsachsen wird derzeit neu strukturiert. Betroffen sind auch Einheiten in der Region. Dabei fallen Löschzüge weg und es werden neue Einheiten gebildet. Bis Ende 2011 soll die Neuordnung umgesetzt sein. Doch noch sind beim Kreisfeuerwehrverband Torgau-Oschatz Fragen offen: So sei den Gemeinden nicht im Detail bekannt, welche Fahrzeuge der Wehren künftig zum Kat-Schutz gehören.
"Den Gemeinden liegt noch nichts Schriftliches darüber vor, wie der Katastrophenschutz genau strukturiert sein soll. Wir wissen bisher nicht, wo die einzelnen Fahrzeuge stationiert werden", sagt Frank Reichel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Torgau-Oschatz und Wehrleiter in Lampersdorf. "Klar ist, dass Fahrzeuge des Katastrophenschutzes umgesetzt werden. Weil diese auch die Feuerwehren teilweise mitnutzen, müssen im Falle eines Abzugs Einsatzpläne umgeschrieben werden." Er wolle nun den Vortrag eines Fachreferenten im März abwarten, der mehr Klarheit bringen soll.
"Keine Einheit bleibt in der alten Struktur erhalten", informiert Frank Breitfeld, Amtsleiter für Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz im Landratsamt, auf Nachfrage. "Die Fahrzeuge werden größtenteils an ihren bisherigen Standorten verbleiben und in neuen Formationen zusammenwirken." Derzeit bestehen im Landkreis acht Brandschutzeinheiten, dazu zählen unter anderem die Löschzüge (Retten, Retten-Beleuchten und Wasserversorgung), und insgesamt vier Einheiten für den Sanitäts- und Betreuungsdienst. Mit der Umstrukturierung werden Abteilungen wegfallen, aber auch neue hinzukommen, sagt Swen Sonntag, Sachgebietsleiter für Zivil- und Katastrophenschutz im Landratsamt Nordsachsen. "Der Schutz bleibt flächendeckend gewährleistet. Alle Autos stehen zur Verfügung."
So wird unter anderem der Zug für die Wasserversorgung Schmannewitz aufgelöst. Dazu gehören Fahrzeuge in dem Ort selbst, Börln, in der Gemeinde Naundorf und ein Schlauchwagen in Lampersdorf. Während der Freistaat die in Börln und Naundorf den Kommunen geschenkt hatte, geht der Schlauchwagen noch in diesem Jahr an die Landesfeuerwehrschule in Nardt (wir berichteten). Bis Ende 2011 soll das Löschfahrzeug in Schmannewitz mit dem Rüstwagen aus Oschatz und einem Löschfahrzeug im Beilroder Ortsteil Döbrichau einen Zug Retten im Landkreis Nordsachsen bilden.
Insgesamt sollen alle Einheiten "möglichst gleichmäßig" auf die beiden Altkreise Torgau-Oschatz und Delitzsch verteilt werden, erklärt Breitfeld. So wird in jeder Region jeweils ein Löschzug Retten und Wasserversorgung sowie ein ABC-Gefahrgutzug stationiert sein. Neben dem Schmannewitzer Zug fallen auch zwei Einheiten Retten-Beleuchten weg. Neu hinzu kommen unter anderem Fahrzeuge für den ABC-Erkundungszug, ein Löschzug Waldbrand sowie der Führungskomponenten. Sie sollen an strategisch günstigen Standorten stationiert werden. "Das Sanitäts- und Betreuungswesen wird wahrscheinlich in Delitzsch, Taucha/Eilenburg und in Torgau/Oschatz sein."
Hintergrund für die Umstrukturierung: Im Dezember 2010 trat in Sachsen eine geänderte sächsische Katastrophenschutzverordnung in Kraft. "Ziel der Neuausrichtung ist es, auf neue Anforderungen zu reagieren. In den vergangenen Jahren haben sich die Gefahrenlagen verändert und es soll mehr Potenzial geschaffen werden, dies zu bewältigen", sagt Swen Sonntag. Da die Feuerwehren inzwischen einen Großteil von Einsätzen abdeckten, solle sich der Katastrophenschutz spezialisieren. Auf große Schadensereignisse, Chemieunfälle oder Flächenbrände beispielsweise. Bis Ende dieses Jahres sollen die Landkreise die Struktur neu ordnen. Bis dahin bleiben die jetzigen Einheiten in ihrer Gliederung bestehen. Im Rahmen der Neuordnung hatten Bund und Land den Kommunen Fahrzeuge geschenkt, die für den Brand- und Katastrophenschutz genutzt wurden.