21. Februar 2011 Eileen Jack (Torgauer Zeitung)

Vereinsarbeit demnächst ohne Ein-Euro-Jobber

Nordsachsen (TZ/ej). Erhebliche Einschnitte bedeuten die Kürzungen im Bereich der Ein-Euro-Jobs für zahlreiche Vereine (TZ berichtete). Auch im Sport wurde in der Vergangenheit oft auf diese Möglichkeit zurückgegriffen. Wie sich die Kürzungen hier auswirken, erfuhr TZ im Gespräch mit Sven Kaminski, Geschäftsführer des Kreissportbundes Nordsachsen.

TZ: Inwieweit trifft es die Vereine in Nordsachsen, dass es kaum mehr Ein-Euro-Jobber geben soll?
Sven Kaminski:
Zum Teil ziemlich hart. Diese Arbeitsgelegenheiten waren eine erhebliche Unterstützung für die Vereine. Sie waren eine Entlastung bei der ehrenamtlichen Arbeit unter anderem zur Vorbereitung sportlicher Aktivitäten, aber auch bei der Betreuung der Kinder und Jugendlichen.

Aber früher ging es doch auch ohne …
Das ist richtig, aber die Vereine haben sich inzwischen daran gewöhnt, mit Hilfe derartiger Arbeitsmarktinstrumente zu arbeiten.

Waren auch beim Kreissportbund Ein-Euro-Jobber beschäftigt?
Nicht direkt beschäftigt. Wir fungierten für dreißig bis vierzig Kräfte jährlich als Maßnahmeträger, haben die Verteilung an die Vereine und die Abrechnung für die ARGE organisiert und koordiniert. Momentan haben wir keine Kräfte. Anträge sind aber bereits gestellt. Nun heißt es abwarten, ob die genehmigt werden.

Welche Schlüsse müssen und sollten die Vereine aus der aktuellen Situation ziehen?
Zuerst einmal sollten sie prüfen, welche der anderen Förderprogramme diesbezüglich für sie in Frage kommen. Ansonsten müssten sie  ihre Vereinsarbeit neu strukturieren und wieder mehr aufs Ehrenamt verlagern, auch wenn das sicher nicht einfach wird. Hier heißt es dann, Nachwuchs fürs Ehrenamt zu finden.