14. November 2011 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

Virtuell eine Krise gemeistert

Nordsachsen/Eilenburg (TZ/seb). Nordsächsische Rettungskräfte haben gemeinsam mit Meißener Kollegen erstmals in Sachsen mithilfe des computergestützten Simulationssystems SAFER eine virtuelle Krise gemeistert. Die Übung, die in der vergangenen Woche abgehalten wurde, sei Bestandteil eines sachsenweit angelegten Tests der Software, die aus Rheinland-Pfalz stammt.

Laut Frank Breitfeld, Leiter des Katastrophenschutzamtes Nordsachsen, nahmen für den Kreis 22 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren und 13 Vertreter des medizinischen Rettungsdienstes teil. Sechs Feuerwehrleute bildeten im Verlauf der Übung die Technische Einsatzleitung, die Gesamtleitung oblag dem Chef der Eilenburger Wehr. Auf medizinischer Seite agierte Dr. Diana Badura als leitende Notärztin. Simuliert wurde ein Eisenbahnunfall in der Nähe Eilenburgs mit mehr als 100 Verletzten. Obgleich die Übungsteilnehmer von Computerarbeitsplätzen aus agierten, seien die Bedingungen durchaus realistisch, erklärt Frank Breitfeld. Angefangen beim Notruf über die Alarmierung durch die Rettungsleitstelle bis hin zur genauen Berechnung der Fahrtzeiten zum Einsatzort.

Die Übung fand in Echtzeit statt, erklärt der Amtsleiter. Das bedeute beispielsweise, dass sich die Überlebenschancen einzelner Verletzter verschlechtere, wenn sich niemand um sie kümmert. Dies geschehe im Übrigen auch per Mausklick. Das System ist mehrfach preisgekrönt und wurde zuletzt im Oktober mit dem Innovationspreis des Deutschen Beamtenbundes ausgezeichnet. Jetzt überlegt der Freistaat, es anzuschaffen, weshalb in den kommenden Monaten alle Landkreises die Chance zum Testen erhalten. Laut Frank Breitfeld stellt das System eine gute Ergänzung, aber keinen Ersatz für herkömmliche Übungen dar.