Kreisgebiet. Vis Nova heißt das neue Projekt der Europäischen Union (EU). Der Name steht für nachhaltige Energielösungen im ländlichen Raum. Die internationale Auftaktveranstaltung dafür erfolgt am 8. Juli im Landkreis Nordsachsen.
"Wir haben uns für das Energie-Thema entschieden. Beispielsweise wollen wir eine besonders energieeffiziente Lösung für eine Kommune fördern. Es steht noch nicht fest, welche es sein soll. Gespräche werden zurzeit mit Dommitzsch geführt", sagte Uta Schladitz, Chefin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Landkreises. In der Kommune sollen dann die Energieverbräuche gesenkt werden. Beispielsweise mit dem Einsatz von Biomasse. Der Landkreis arbeitet seit September an einem Energiekonzept, das im April fertig ist. Darin sind weitere Maßnahmen enthalten, die mit Vis Nova unterstützt und nach vorn gebracht werden sollen.
Seit 2007 bemüht sich der Landkreis um das EU-Projekt. In den Jahren 2008 bis 2010 versuchte Nordsachsen drei mal mit dem Projekt Vis Nova Fördermittel aus Brüssel zu erhalten. Die Bewilligung erfolgte Ende des vergangenen Jahres. Die Laufzeit geht vom 1. Mai dieses Jahres bis zum 31. Oktober 2014. Das Gesamtbudget umfasst 2745661 Euro.
Insgesamt zwölf Partner aus fünf Regionen wollen nachhaltige Energielösungen im ländlichen Raum umsetzen. Neben dem Landkreis Nordsachsen und seiner WFG sind auch der Landkreis Schwäbisch Hall mit der WFG, Partner in Österreich, Ungarn und Polen, das sächsische Innenministerium und das Aufbauwerk Region Leipzig im Boot.
Die Europäische Union will mit solchen Projekten auch die internationale Zusammenarbeit fördern. Dazu gibt Brüssel verschiedene Rahmen vor, in denen Maßnahmen ausgeschrieben werden. Schladitz: "Es geht auch darum, Kontakte zu Partnern in Osteuropa zu vertiefen, um zukünftig weitere gemeinsame Projektarbeit gestalten zu können. Da Sachsen zukünftig kein Höchstfördergebiet der EU sein wird. Mit den Partnerschaften bleiben wir sozusagen am Ball. Ungarn und Polen haben beispielsweise gute Aussichten und Chancen, Höchstfördergebiete zu bleiben." Es gibt inzwischen einen Arbeitsplan. Themen-Schwerpunkte sind Koordinierung und Management; Kommunikation und Verbreitung der Ergebnisse; Energieentwicklung in den Regionen sowie der Aufbau von Energiekompetenzen. Eine internationale und eine regionale Gruppe werden das Projekt begleiten.
Nordsachsen erhält aus dem Gesamtbudget 158000 Euro, um vor allem Personalkosten zu decken. Die WFG wird mit 296000 Euro hauptsächlich Projekte umsetzen und Investitionen in der Region realisieren. Das Projekt wird in vier Phasen umgesetzt. So soll in den ersten neun Monaten analysiert werden, welche Technologien bereits zum Einsatz kommen, welche Potenziale vorhanden sind. Es folgen unter anderem Studien, Untersuchungen, Investitionen und auch die Beratung und Begleitung von Unternehmen, welche in die Umwelttechnologien investieren möchten. In Fachsymposien stellen die Partner ihre neuen Technologien vor.
iInformationen: info@wfg-nordsachsen.de