Nordsachsen (TZ). Platz 377 in einem Ranking von 412 Kreisen und „erhebliche Zukunftsrisiken“ hat das Prognos-Institut im „Zukunftsatlas“ dem Landkreis bescheinigt. Die TZ fragte bei Landrat Michael Czupalla nach, wie er mit dem Ergebnis umgeht.
TZ: Nordsachsen schneidet schlecht ab. Sind Sie enttäuscht?
Michael Czupalla: Solche Rankings, wie es der Zukunftsatlas 2010 ist, sind durchaus interessante Vergleiche und natürlich möchte jeder, dass seine Region möglichst weit vorn platziert ist. Ich betrachte es als Herausforderung und Ansporn. Wir müssen an der Zukunft unserer Region arbeiten und diese gestalten. Ein Vergleich der Studien von 2004, 2007 und 2010 zeigt, dass es durchaus Veränderungen gibt und man Chancen nutzen sollte.
Welche Chancen meinen Sie?
Wir haben unsere Stärken, welche es weiterzuentwickeln gilt. Es gibt Potenziale, z.B. im Bereich der Logistik, der Gesundheitswirtschaft, dem Tourismus und im Maschinenbau. Wir müssen noch mehr Wirtschaftsunternehmen in die Region bringen beziehungsweise ein noch gründerfreundlicheres Umfeld schaffen und nicht zuletzt versuchen, das Problem des Fachkräftemangels zu lösen.
Wird es der Kreis jemals schaffen, die hinteren Plätze in solchen Rankings zu verlassen?
Schwarz malen wäre das verkehrteste und erst recht, den Kopf in den Sand zu stecken. Hierfür gibt es keinen Grund. Und auch die „Macher“ des Zukunftsatlas 2010 sagen selbst, dass heute die wirtschaftlichen Effekte des Gewinners der Untersuchung, der Region um München, bis Nürnberg ausstrahlen würden. Es ist aus meiner Sicht wichtig, was ich immer sage, in größeren Strukturen zu denken. Warum sollen wir als Region nicht auch von Leipzig, Jena oder Dresden profitieren?