Schkeuditz. Über mehrere Jahre war die Stadt Schkeuditz bestrebt, das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu erweitern. Nicht nur Schüler, auch der Schkeuditzer Bürger sollte komfortabler von A nach B gelangen. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Schkeuditz, Manfred Heumos, entwickelte die Idee, einen Anrufbus zu installieren. Dieser existiert nun ohne sein zutun.
Mit der Ausschreibung der Konzessionen für das Liniennetz im Oktober 2009 änderten sich die Voraussetzungen im ÖPNV für Schkeuditz. Neben dem Delitzscher Unternehmen Auto-Webel hatte sich ebenfalls die Firma Veolia für die Konzessionsvergabe beworben und dabei einen Anrufbus gleich mit angeboten. Die anderen Bewerber zogen nach und seitdem existiere der Anrufbus, informierte Heumos auf der letzten Stadtratssitzung 2010. Eigene Bestrebungen der Stadt, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und mit der Firma Webel einen Anrufbus zu entwickeln, waren damit unnötig geworden.
"Das Anrufbusangebot ist linien- und haltestellengebunden", erklärt René Freckmann von Auto-Webel. "Der Einsatz erfolgt in der Zeit von 4 bis 23 Uhr und außerhalb des regulären Linienverkehrs", erklärt der Betriebsleiter für den Fahrdienst. "Und, wenn nicht innerhalb von zwei Stunden ein Linienbus verkehrt", ergänzt Heumos. Dies gelte für alle Schkeuditzer Linien. Lediglich bei der Linie 135, die Auto-Webel zur "Vereinheitlichung des Angebotes" freiwillig mit aufgenommen habe, verkehre der Anrufbus nur montags bis freitags, sagte die derzeit in der Stadtverwaltung für den ÖPNV Zuständige, Birgit Gründling.
"Die telefonische Vorbestellung ist in der Zeit von Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 034202/309980 möglich", teilt Freckmann vom Busunternehmen mit. Seit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplans im August stehe diese Nummer auch auf den Plänen an den Haltestellen, antwortete Heumos bei seiner letzten Stadtratssitzung, als er von Stadtrat Lothar Böttcher befragt wurde, wie der Bürger von dieser Möglichkeit erfahre.
"Die Adressdaten des Kunden sowie die Telefonnummer werden bei der ersten Bestellung aufgenommen", erklärt Freckmann das Prozedere. "Es werden nur die Haltestellen des Linienverkehrs bedient und es gibt keine festgelegte Mindestanzahl an Fahrgästen", erläutert er weiter. Bei der Bezahlung gelte der übliche Tarif des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes zuzüglich einem Euro Komfortzuschlag je Fahrt, informiert der Betriebsleiter.
Ein Kleinbus komme bei dem Anrufbus zum Einsatz, weitere Anschaffungen seien bei Auto-Webel aber aufgrund der geringen Nachfrage nicht geplant. Auch um die Nachfrage nach dem Anrufbus zu testen, sei die Linie 135 mit in das Angebot einbezogen worden, teilt Freckmann mit. "Bisher ist jedoch keine nennenswerte Nachfrage zu verzeichnen, daher ist auch kein weiterer Ausbau des Angebotes geplant", sagt er.