25. Februar 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

"Wichtigstes überregionales Verkehrsvorhaben"

Bundesstraße 87 neu - Landrat Czupalla schreibt an Bundesverkehrsminister Ramsauer

Kreisgebiet. In der Leipziger Volkszeitung las Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) in dieser Woche, dass die Bürgerinitiative zum Erhalt der Parthenaue neue Informationen zum Thema B 87 n hat. Das Ministerium veranlasst eine neue Wertung der verkehrlichen Wirkungen unter Berücksichtigung der Verkehrsprognose für das Jahr 2025 und der Nutzen-Kosten-Verhältnisse getrennt für jeden einzelnen Abschnitt der künftigen B 87 n und sieht keinen durchgehenden Bedarf für eine vierspurige Trasse mehr. Der Bedarf der Trasse zwischen Eilenburg und Torgau werde im Haus Ramsauer nur noch zwei- oder dreispurig gesehen (wir berichteten). Im Landratsamt Nordsachsen sind diese Aussagen nach wie vor unbekannt. Czupalla reagierte und wandte sich mit einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).
Bereits im November bat Czupalla Ramsauer, bei einer Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans den bestehenden Status für das im Landkreis Nordsachsen "sehr wichtige Projekt" Neu- und Ausbaus B 87 n zu erhalten. Der Landrat wies dabei auch auf die in den angelaufenen Planungs- und Verwaltungsverfahren erkennbaren unterschiedlichen Interessenlagen in der Öffentlichkeit hin.
"Diese Nachrichten haben mich sehr überrascht. Gemeinsam mit meinem Amtskollegen aus dem Nachbarkreis Elbe-Elster in Brandenburg, Herrn Landrat Christian Jaschinski, habe ich mich gerade in jüngster Zeit sehr für dieses aus unserer Sicht wichtigste überregionale Verkehrsvorhaben für beide Landkreise eingesetzt. Dabei wissen wir die regionale Wirtschaft sowie die betroffenen Städte und Gemeinden geschlossen hinter uns", so Czupalla. In einer regelmäßigen Arbeitsgruppe arbeiten neben den Landkreisen Nordsachsen und Elbe-Elster auch die Städte und Gemeinden mit.
Czupalla: "Einhellig sind wir der tiefen Überzeugung, dass der Neu- und Ausbau der B 87 n in seinem im Bundesverkehrswegeplan bestehenden Status für die Region von außerordentlicher Bedeutung ist. Es kann mir allerdings kaum gelingen, die für uns so bedeutsamen Vorhaben des Bundes angemessen zu fördern und zu unterstützen, wenn mein aktueller Informationsstand hinter dem der Vorhabengegner zurückbleibt." Czupalla bittet um ein persönliches Gespräch mit Ramsauer.