Nordsachsen (TZ/gt). Das Thema einer möglichen Fusion der beiden Kreisfeuerwehrverbände (KFV) Torgau-Oschatz und Delitzsch sorgte in den vergangenen Wochen in den Wehren für Diskussion, nachdem sich die Delitzscher Kameraden in ihrer Verbandsversammlung für ein baldiges Zusammenführen beider Verbände ausgesprochen hatten. TZ hörte sich im KFV Torgau-Oschatz um: Was ist Ihre Meinung zu einer Fusion mit dem Delitzscher KFV?
Sven Höll, Gemeindewehrleiter Dreiheide: Eine Fusion wird sicher irgendwann kommen, doch das muss langsam wachsen. Wir hatten in unserem Verband ja erst vor wenigen Jahren eine Fusion zwischen Torgau und Oschatz und müssen uns jetzt erst mal selbst finden. Was ja auch recht gut funktioniert. Mit Delitzsch verbindet uns ja zum Beispiel auf feuerwehrsportlichem Gebiet schon einiges, da kommen wir uns näher. Aber eine schnelle Fusion wäre jetzt verfrüht.
Wolfgang Müller, Referatsleiter Alters- und Ehrenabteilung des KFV Torgau-Oschatz: Man sollte hier nichts überstürzen. So etwas muss von unten her heranwachsen. Sicher wird eine Fusion mal kommen, doch sie muss ihre Grundlagen im Willen der Kameradinnen und Kameraden selbst haben. Klar, wir wollen zusammenarbeiten, aber dafür muss man erst mal rundum auf einen klaren gemeinsamen Nenner kommen.
Jens Klotzsch, Wehrleiter in Schildau: Wir befinden uns in unserem Verband Torgau-Oschatz noch mittendrin in der Kennenlernphase, und das klappt ganz gut. Eine Fusion mit Delitzsch sollte man nicht überstürzen. Wer weiß denn aus jetziger Sicht schon, wie sich der Landkreis Nordsachsen vom Territorium her perspektivisch noch entwickelt? Hier geht es auch um Ausmaße, die man mit bedenken muss.
Jochen Werner, Stadtwehrleiter Belgern: Perspektivisch steht eine Fusion außer Frage. Aber wir sind doch gerade mal mit Oschatz zusammengekommen, und das funktioniert. Wohin soll das aber dann mal führen, wenn man zur Verbandsausschusssitzung von Mügeln nach Delitzsch, von da nach Wermsdorf oder umgekehrt fahren muss? Man darf nicht vergessen, dass unsere Kameraden einer beruflichen Arbeit nachgehen und die Feuerwehrarbeit in ihrer Freizeit ehrenamtlich versehen. Bei längeren Fahrzeiten werden automatisch die Sitzungen kürzer. Das ist doch dann kein effektives Arbeiten mehr. Wenn sich die Vorstände beider Verbände regelmäßig untereinander abstimmen, wird mit geringem Aufwand das Gleiche erreicht.
Klaus Nasner, einstiger Vorsitzender des vormaligen KFV Torgau: Wir haben damals gut daran getan, dass Oschatz und Torgau eine Weile separat arbeiteten. Solange bis wir uns angenähert haben und eine Fusion möglich war. Und an der Arbeit des jetzigen KFV Torgau-Oschatz ist nichts auszusetzen. Die Leitung des Verbandes zeigt sich in einstimmiger Arbeit, die Fusion war hier eine gelungene Sache.