Nordsachsen (TZ). Bei der Bewilligung von Ein-Euro-Jobbern für den Sportverein für das Jahr 2011 warten die Vereinsvorstände. Derzeit vergeblich, weil über die Maßnahme noch debattiert und entschieden wird. Die TZ fragte unter Vereinen nach, wie wichtig Ein-Euro-Jobber für die Arbeit im Verein ist:
Gerald Nitzsche (Schießsportclub Neiden 1997): Zurzeit haben wir gar keine. Wir haben aber wieder welche beantragt und sind guter Hoffnung, dass wir wieder welche zugewiesen bekommen. Wir müssen aber abwarten, wie sich die ganze Sache mit der Weiterführung der Maßnahme und der Zuweisung weiterentwickelt. In der Vergangenheit hatten wir immer drei bis fünf Ein-Euro-Jobber und dabei hatten wir solche und solche Leute. Manche konnten wir nicht mehr beschäftigen, weil sie ihre Aufgaben nicht zuverlässig erfüllt haben. Doch zumeist hatten wir gute Leute, die gewillt waren, uns zu helfen und auf die Verlass war. Wir als Verein würden es nicht gut finden, wenn die Maßnahme Ein-Euro-Jobber kategorisch gestrichen wird.
Irene Mamsch (Rock-’n’-Roll-Club Ireen Torgau): Mich macht die ganze Sache wütend, weil hier in diesem konkreten Fall unsere Politiker seit Wochen und Monaten debattieren und kein Stück vorankommen. Die Leittragenden sind zum einen die Verein und zum anderen die Leute, die gern einen solchen Ein-Euro-Job annehmen wollen. Ich gehöre dem Petitionsausschuss an, der an die Regierung in Berlin schreibt, um unseren Unmut schriftlich zum Ausdruck zu bringen. Wir haben zurzeit keinen Ein-Euro-Jobber. Unsere Maßnahmen sind zum Dezember ausgelaufen. Zum Jahresende haben wir bereits zweimal neue beantragt, doch bislang tat sich nichts. Jetzt haben wir inzwischen März. Ich bin so wütend und mir persönlich tut es um die Leute leid, die gern was Sinnvolles machen wollen. Von den alten Ein-Euro-Jobbern helfen uns mittlerweile der eine und andere ehrenamtlich und wir sind froh darüber, dass sie uns unentgeltlich helfen. Ohne deren freiwillige Hilfe könnten wir zumachen, so deutlich muss ich das mal sagen!
Vera Petersohn (TSV 1862 Schildau/Schatzmeisterin): Für unseren Verein sind Ein-Euro-Jobber und über ABM Beschäftigte ungemein wichtig. Gegenwärtig haben wir über diese Maßnahme keine Angestellten. Leider! Wir haben aber Anträge auf Bewilligung laufen. Die Leute haben uns bei der Unterhaltung unserer Sportanlage und den Übungsleitern vor und nach dem Training mit den Nachwuchsfußballern geholfen. Zurzeit sichern wir alle diese Arbeiten über das Ehrenamt ab und da bekommen wir zunehmend unsere Probleme, da unsere Trainer und Übungsleiter und die Leute, die sich um unsere Sportanlagen kümmern, beruflich so eingespannt sind, dass nur wenig Zeit für den Sportverein bleibt.
Otfried Kahl (RW Mehderitzsch): Uns fehlen die Leute zur Betreuung der Kinder und Jugendlichen, als Kraftfahrer und zur Aufsichtpflicht an allen Ecken und Enden.