Torgau/Oschatz/Nürnberg (TZ). „Der Winter und die frostigen Temperaturen fordern jetzt am Arbeitsmarkt ihren Tribut“, so Marlies Hoffmann-Ulrich, Agenturchefin des Agenturbezirkes Oschatz, gestern zur monatlichen Arbeitsmarkteinschätzung.
Demnach ist in der Region Torgau die Arbeitslosigkeit im Januar um insgesamt 874 Personen auf 4219 Personen angestiegen. Entsprechend stieg auch die Arbeitslosenquote zum Vormonat um 3,2 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent an. Allerdings, laut Aussage der Agenturchefin, ist der Anstieg keine Überraschung für diese Jahreszeit. „Das Jahresende ist erfahrungsgemäß ein Zeitpunkt, zu dem häufiger Arbeitsverhältnisse enden, beziehungsweise zu dem Befristungen auslaufen. Der frühe Wintereinbruch verstärkt diese Wirkung.“
Davon betroffen waren im Januar vor allem die witterungsabhängigen Berufe des Baugewerbes und der Landwirtschaft. Ähnlich sieht es auch in den Verkehrsberufen aus. Auch dort wurde in letzter Zeit verstärkt Personal freigesetzt. Besonders betroffen waren hier die Männer.
Insgesamt mussten sich im Vormonat 617 Personen in der Region Torgau nach einer Beschäftigung arbeitslos melden. Für weitere 418 Personen endete eine Beschäftigung im Bereich des zweiten Arbeitsmarktes. Immerhin 172 Personen der Region konnten im Januar ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Trotz alledem registrierte die Arbeitsagentur einen positiven Trend am Stellenmarkt im Vergleich zum Vorjahr. So meldeten die Unternehmen der Region Torgau 48 neue Stellen dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung.
Im gesamten Agenturbezirk Oschatz meldeten die Unternehmen 373 neue Stellenangebote. Der Großteil entfiel hier auf die Zeitarbeit, das verarbeitende Gewerbe sowie den Handel. Laut Agenturchefin sind die Konjunkturaussichten für Sachsen 2011 vielversprechend. So rechnet sie im Frühjahr wieder mit einer stärkeren Arbeitskräftenachfrage.
Die Zahl der Arbeitslosen ist bundesweit im Januar wegen der Winterpause erneut angestiegen. Im Januar waren 3,34 Millionen Menschen ohne Job und damit 331 000 mehr als im Dezember.