Kreisgebiet. Die Arbeitslosigkeit im Altkreis Delitzsch ist in den vergangenen vier Wochen in allen Städten und Gemeinden angestiegen. 8208 Menschen sind betroffen. Die Quote steht damit bei 14,2 Prozent. Von den 8208 Männern und Frauen werden 2225 in den Agenturen in Delitzsch und Eilenburg betreut, die sich in den ersten zwölf Monaten um sie kümmern. Dem entsprechend 5983 Kunden zählt das Jobcenter Nordsachsen, das für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger verantwortlich ist.
In Delitzsch gibt es im Vergleich zum Vormonat einen Anstieg um 396 Arbeitslose, zum Vorjahr jedoch immer noch 529 weniger. In Eilenburg steht nach vier Wochen ein Plus vor 415 Zugängen. Vor einem Jahr waren in er Muldestadt noch 179 Menschen mehr registriert.
Die beiden Agentur-Chefinnen Erika von Scheven (Delitzsch) und Catrin Jubeh (Eilenburg) sprachen unisono von einem arbeitsmarktlichen Wintereinbruch. "Zugänge gab es fast ausschließlich im Bau- und im Metallbereich. Das erfreuliche daran ist, dass 80 Prozent aller Entlassenen wieder eingestellt werden sollen", sagte von Scheven. "Das trifft ebenso auf den Bereich Eilenburg zu und ist ein Zeichen dafür, dass sich der Arbeitsmarkt stabilisiert hat", ergänzte Jubeh. Im Altkreis gibt es aktuell 187 offene Stellen und 154 offene Ausbildungsstellen. Weiterbildungen werden von der Agentur nur noch gefördert, wenn ein fester Arbeitsplatz dahinter steht, betonten die beiden Geschäftsführerinnen. 794 Jugendliche bis 25 Jahre haben keinen Job. "Der Arbeitgeberservice hat einen positiven Trend festgestellt. Es gibt immer mehr Schulabgänger mit besseren Noten", sagte von Scheven.
Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften (Familien oder einzelne Personen, die Hilfe bekommen) ging zurück und sank um 47 auf nunmehr 13899. In diesen Bedarfsgemeinschaften leben 19069 Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und weitere 5744 Sozialgeldempfänger. In den Gemeinschaften leben nicht nur Arbeitslose, sondern beispielsweise auch Schüler und Senioren. Im Landkreis Nordsachsen, mit Torgau-Oschatz, ist die Arbeitslosigkeit im Januar um 2161 Personen auf 15593 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit um 927 Personen ab. Die Quote stieg damit im Januar um zwei Punkte auf 13,8 Prozent.
Neben Witterungsgründen führte Jobcenter-Geschäftsführer Frank Germer den Januaranstieg auch auf das Ende von Beschäftigungen auf dem zweiten Arbeitsmarkt zurück. "Die Zahl der Personen in Arbeitsgelegenheiten ging innerhalb eines Monats um rund 700 Frauen und Männer zurück", erklärte Germer. Aufgrund der sogenannten vorläufigen Haushaltführung, in der sich alle Jobcenter befinden, sind derzeit Zusatzleistungen, wie sie für den zweiten Arbeitsmarkt erforderlich sind, ausgeschlossen. "Darüber hinaus rechnen wir für das aktuelle Jahr mit etwa einem Drittel weniger Eingliederungsmitteln. Einschnitte im Bereich des zweiten Arbeitsmarktes werden demzufolge unvermeidbar sein. Vorrang hat, was die Menschen in reguläre Beschäftigung bringt." Die Agentur für Arbeit weist auch die sogenannte Unterbeschäftigung aus, bei der auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Ende Januar lag die Unterbeschäftigung in Nordsachsen bei 18116 Personen. Das sind 1426 mehr als im Dezember.