Nordsachsen (TZ). Ende August waren 12 976 Menschen bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldet. Das teilte die Behörde gestern mit. Das waren 205 weniger als im Vormonat, 420 weniger als vor einem Jahr. Der mit 9880 Personen größte Teil davon fällt unter die Betreuung des Jobcenters, das Agentur und Landkreis Nordsachsen gemeinsam betreiben.
Agenturchefin Marlies Hoffmann-Ulrich sprach gestern von einer anhaltenden Dynamik auf dem Arbeitsmarkt im gesamten Agenturbezirk, zu dem die Altkreise Torgau-Oschatz, Muldental und Döbeln gehören. „Die Wahrscheinlichkeit, jetzt im Agenturbezirk in Arbeit zu kommen, ist sehr hoch – allerdings nicht um die Ecke, sondern im Tagespendlerbereich.“ Aber es sei doch besser, regional beschäftigt zu sein, als um die Ecke arbeitslos. „Das Angebot an freien Stellen ist in einem Umfang vorhanden, den wir uns vor Jahren gewünscht haben“, erklärte auch Jobcenter-Geschäftsführer Frank Germer. „Das Kernproblem bei der erfolgreichen Vermittlung ist gegenwärtig vermehrt die eingeschränkte Mobilität – selbst innerhalb des Agenturbezirkes – die es zu überwinden gilt“, so Germer weiter. Besonders im Altkreis Torgau-Oschatz sei die Vernetzung mit öffentlichen Verkehrsmitteln mangelhaft und benachteilige die hiesigen Arbeitnehmer. „Wer um 7.30 Uhr auf der Baustelle sein soll und kein eigenes Auto hat, hat keine Chance.“
Nach Aussage von Kerstin Hoffmann-Ulrich gibt es in der Region Torgau besonders viele Arbeitslose, die aufgrund fehlender Mobilität keine Arbeit annehmen können. 3284 Menschen im Altkreis Torgau hatte die Agentur Ende August als arbeitslos registriert. Arbeitnehmer suchende Unternehmen gebe es dagegen vor allem in Döbeln, Grimma und Wurzen.
