Nordsachsen (TZ). Landrat Michael Czupalla und Oberbürgermeisterin Andrea Staude wurden am Mittwoch noch einmal persönlich im Sächsischen Verkehrsministerium, konkret beim dortigen Staatssekretär Roland Werner, vorstellig. Letzterer weilte bereits Ende Juli in Torgau, versprach den beiden Kommunalpolitikern dazumal Rückendeckung im Kampf um die B 87n. Über den Inhalt der aktuellen Beratung sprach TZ mit dem Landrat.
TZ: Worüber haben Sie konkret mit Staatssekretär Werner gesprochen?
Michael Czupalla: Da muss ich erst einmal ein wenig weiter ausholen. Am Montag und Dienstag dieser Woche weilte ich auf dem Deutschen Landkreistag in Eisenach. Hier war auch Bundesverkehrsminister Ramsauer. Er verkündete, dass in den nächsten Jahren 99 Prozent der Finanzen ausschließlich in die Instandsetzung vorhandener Straßen fließen und es kaum Neu- oder Ausbauten geben wird.
Eine neue Hiobsbotschaft für den Kampf um die B 87n?
Das fürchte ich auch. Nach dieser Ansage Ramsauers steht meiner Meinung nach selbst der Bau einer dreispurigen B 87n in Frage.
Haben Sie Ihre Befürchtungen noch einmal an Staatssekretär Werner herangetragen?
Das haben wir, sprich Frau Staude und ich. Darüber hinaus haben wir ihm verdeutlicht, dass der Freistaat gern die dreispurige Variante planen und später auch bauen kann. Aber wir werden uns weiter für eine Vierspurigkeit aussprechen und auch für diese kämpfen. Letztendlich kostet diese eine Spur lediglich 30 Millionen Euro mehr.
Aber welche Chance gibt es nach der neuerlichen Ankündigung Ramsauers in Eisenach noch für das Projekt?
Frau Staude und ich werden einen Brief an den Bundesverkehrsminister schreiben und ihn um ein erneutes persönliches Gespräch bitten. Denn die B 87n muss kommen, vor allem mit Hinblick auf die geplante Autobahn-Maut. Ist die erst eingeführt, wird sich viel Verkehr auf die Bundesstraßen verlagern. Dann muss die Bundesstraße erst recht ausgebaut werden.