16. November 2010 Ditmar Wohlgemuth (Leipziger Volkszeitung)

"Wir wollen sie effektiver einsetzen"

Kommunalpolitiker besuchen neues Polizeirevier Delitzsch / Keine Einsparungen im Streifendienst geplant


Delitzsch. Eine Heimat hätten seine Beamten im neuen Dienstgebäude in der Halleschen Straße in Delitzsch seit Ende August gefunden, war vom Leiter des Reviers, Uwe Greischel, zu hören. "Wir haben uns eingerichtet", betonte er. Nach anfänglichen, vor allem technischen Problemen habe man jetzt "alles in die Reihe" bekommen. Davon überzeugten sich beim gestrigen Besuch Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Nordsachsen und der Stadt Delitzsch. Polizeidirektor Horst Schröder, amtierender Leiter der Polizeidirektion (PD) Westsachsen, kündigte dabei an, ab 2011 mit neuen Dienstplänen mehr Effektivität erreichen zu wollen. Dienstschichten sollen demnach bedarfsgerechter mit Personal ausgestattet werden.
Einen Zusammenhang mit der Stellenreduzierung in der sächsischen Polizei in den kommenden zwölf Jahren schloss Schröder aus (wir berichteten). Ohnehin sei nicht daran gedacht, Leute im Streifendienst einzusparen. "Wir wollen sie aber effektiver einsetzen", betonte er. Nicht immer sei zu bestimmten Zeiten das Maximum an Personal erforderlich. Das wäre unter anderem bei der Auswertung von Statistiken herausgekommen. "Montag bis Mittwoch reicht beispielsweise eine Grundbesetzung, die dann zum Wochenende nach und nach hoch gefahren wird", so Schröder. Die Diskussionen darüber, wie das Vorhaben umgesetzt werden kann, liefen bereits.
Die Initiative zum Besuch des Delitzscher Reviers ging vom nordsächsischen Landrat Michael Czupalla (CDU) aus. Insgeheim hatte dieser auf eine Einladung zur Übergabe des Reviers durch die Landesregierung gehofft. Die blieb aber bisher aus. Schon immer pflegen Czupalla und seine Dezernentin Angelika Stoye einen guten Draht zu den Beamten, die jetzt in Blau unterwegs sind. So blieb es auch nicht aus, dass sich beide Seiten für die Zusammenarbeit, die Greischel als "wohltuend anders" beschrieb, bedankten. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) bemerkte seinerseits, dass er keinerlei Zweifel an einer weiteren guten Zusammenarbeit habe. "Die Polizeipräsenz auf der Straße ist da." Bewährt hätten sich die monatlichen Treffen im Rathaus.
Das völlig umgekrempelte Gebäude diente teils auch als Testobjekt für neue Technologien, die in der PD Einzug halten sollen. Nicht wenige Kompromisse seien in der Bauphase geschlossen, manche Pläne geändert worden. "Hier kann man arbeiten. Wir können insgesamt zufrieden sein", so Greischel. Christoph Jennicke vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement hatte vorab über die 3,5-Millionen-Investition berichtet. Der Umbau wurde bereits im März 2005 angeschoben. "Keiner hat ahnen können, dass er erst 2010 abgeschlossen sein würde."