Borna/Delitzsch (pfü/hei). Der Termin steht: Bis 30. Juni wollen die Stadt Leipzig, die Kreise Leipzig und Nordsachsen sowie die Industrie- und Handelskammer eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft für die Region gründen. Für Gerhard Gey (CDU), den Landrat des Landkreises Leipzig, ein richtiger Schritt: "Eine stärkere regionale Zusammenarbeit auf Augenhöhe verbessert die Perspektiven für die ganze Region." Allerdings seien bis zur Gründung noch einige Aufgaben zu erledigen.
Größere Hürden als Gey sieht sein Kollege Michael Czupalla (CDU). Dem Landkreis Nordsachsen geht es darum, dass die Messestadt die Klage gegen das geplante Factory-Outlet-Center (FOC) in Wiedemar zurückzieht - für Czupalla ein Gradmesser für den Leipziger Willen zur Zusammenarbeit. Nach den jüngsten Gesprächen mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zeigte sich Czupalla nicht unzufrieden: "Ich spüre ein Umdenken beim Oberbürgermeister. Auch wenn die Klage noch nicht vom Tisch ist, bin ich nach den Gesprächen optimistisch." Was die Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderer anbelangt, stimme die Chemie zwischen Nordsachsen und Leipzig.
Der niederländische Investor Stable International Development will das FOC bauen. Czupalla: "Ich habe mit den Holländern telefoniert, sie stehen nach wie vor zum Projekt." Auf einer Fläche von zirka 10 000 Quadratmetern sind rund 60 Geschäfte mit einem Jahresumsatz von 40 Millionen Euro für Designer- und Markenware in einem überdachten, architektonisch modernen und tageslichthellen Bau geplant. Stable International Development investiert 50 Millionen Euro und will in Nordsachsen mehr als 500 feste Arbeitsplätze schaffen.
Am 7. Dezember soll der Kreistag Nordsachsen seinen Landrat beauftragen, die Verhandlungen in Sachen Wirtschaftsförderung mit den Partnern weiterzuführen. Dazu gibt es einen entsprechenden Beschluss. "Wir halten an unserem Ziel fest, bis zum 30. Juni eine gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft gegründet zu haben. Nach mehreren gescheiterten Versuchen ist es endlich Zeit, das auf den Weg zu bringen", so der Nordsachsen-Landrat.
Der Entwurf des Gesellschaftervertrages steht inzwischen. Die Gesellschaft soll "WRL - Wirtschaftsförderung Region Leipzig GmbH" heißen und ihren Sitz in Leipzig haben. Die Zusammenarbeit soll intensiviert werden, um im zunehmenden Wettbewerb mit wachstumsstarken und großen Regionen weiter zu bestehen, neue Chancen und Perspektiven zu erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. "Jetzt gilt es, das Kleingedruckte zu studieren", sagt Gey. Die zuständigen Ausschüsse und der Kreistag würden sich demnächst mit dem Thema befassen. Er hofft, dass sich eventuelle Befindlichkeiten ausräumen lassen. "Ein Scheitern der Zusammenarbeit wäre nicht gut."