Nordsachsen (TZ). Noch in diesem Jahr will die Verwaltung den Entwurf für ein Kreisentwicklungskonzept vorstellen. Alle künftigen Entscheidungen zur Zukunft Nordsachsens sollen auf dessen Grundlage abgewogen werden. Die Eckpunkte, sogenannte Leitbilder, sind bereits fertig. Nun sollen die Kreistagsfraktionen Stellung dazu nehmen und ihre Ideen einbringen. Doch der Rücklauf lässt noch arg zu wünschen übrig.
Im Juni 2009, ein knappes Jahr nach der Kreisreform und der damit verbundenen Geburtsstunde Nordsachsens, hatte der Kreistag einstimmig beschlossen, eine Kreisentwicklungskonzeption auf den Weg zu bringen. Ziel war es, einen „Orientierungsrahmen für die räumliche, strukturelle und wirtschaftliche Entwicklung“ des Kreises zu schaffen. Wobei die Betonung auf Orientierung liegt, wie der gesamtverantwortliche Baudezernent Hans-Hartmut Grabmann erklärt. Denn das Konzept sei ein freiwilliges Projekt des Kreises. Zwar werde die Verwaltung ihr Handeln künftig daran ausrichten, „allerdings immer nur innerhalb des Spielraums, den die geltenden Regelungen zulassen.“
Um das Konzept auf den Weg zu bringen, sei man im Landratsamt den klassischen Weg gegangen, berichtet Grabmann. Zunächst seien Arbeitsgruppen mit fachlichen Schwerpunkten gebildet worden. Diese durchleuchteten den neuen Kreis hinsichtlich der Schwerpunkte Wirtschaft und Verkehr, Demografie und Ländlicher Raum, sowie Daseinsfürsorge. Ein externes Büro habe man damit nicht betrauen wollen, so Dezernent Grabmann. Dazu fehlte das Geld – hat vielleicht auch sein Gutes. Zur Durchleuchtung gehörte eine Stärken-Schwächen-Analyse des gesamten Kreises und damit eine Herausarbeitung der Besonderheiten Nordsachsen. Da die Mitarbeiter der beteiligten Ämter aus allen Regionen des Kreises kommen, wuchs sicherlich auch das Verständnis für die jeweils neuen Regionen.
Unter der Ägide des Bauordnungs- und Planungsamtes wurde das Datenmaterial schließlich in sogenannte Leitbilder umgeformt, die dem Ausschuss für Umwelt und Technik vorgestellt und anschließend den Kreistagsfraktionen zugeleitet wurden. Hans-Hartmut Grabmann hofft nun auf umfangreiche Zuarbeiten aus dieser Richtung. „Bislang ist das Papier ein Vorschlag der Verwaltung. Wir möchten aber, dass es ein Konsenspapier wird, mit dem auch alle Fraktionen gut leben können.“ Nichts sei schlimmer, als wenn das Kreisentwicklungskonzept jetzt ohne Widerspruch geschnürt und in den Kreistag eingebracht werde, um dort zu Grundsatzdiskussionen zu führen. Eine externe Zuarbeit hat es bislang gegeben, ansonsten schweigen sich die Fraktionen noch aus. Etwas Zeit bleibt ihnen noch, sich einzubringen. In der August-Sitzung des Umwelt- und Technik-Ausschusses wird das Thema noch nicht beraten. „Unser Ziel ist es, auch mit Unterstützung der Fraktionen bis zum vierten Quartal 2011 einen Enwurf vorzulegen“, so Dezernent Hans-Hartmut Grabmann.