29. Juli 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Zu wenig Geld für Straßensanierung

Nordsachsen erhält dieses und nächstes Jahr 776000 Euro für die Kreisstraßen

Kreisgebiet. Der Freistaat hat ein Programm aufgelegt und stellt Geld für die Beseitigung von Winterschäden zur Verfügung. Nordsachsen erhält für 2011/12 für seine 583 Kilometer Kreisstraßen 776000 Euro. Das sind 660,06 Euro für jeden Kilometer. Zu wenig, um effektiv und wirkungsvoll Schadensbeseitigung betreiben zu können.
Mit den Fördermitteln könne der durch Winterschäden offensichtliche Rückstau in der Straßeninstandsetzung beseitigt werden, hoffte Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) Ende Juni, als er den aufgestockten Etat präsentierte. Die Praxis sieht so aus: "Mit dem Geld können wir nur das aller, aller Notwendigste erledigen. Der Unterhaltungsbedarf ist wesentlich höher. Die Schwerpunkte bei den Kreisstraßen im Landkreis liegen eindeutig in Torgau und Oschatz. Aber auch im Altkreis Delitzsch ist einiges zu tun", sagte Mathias Plath, Leiter des Straßenbauamtes des Landkreises. Nordsachsen ist damit keine Insel. Denn auch die benachbarten Städte und Landkreise können nur ausbessern.
Nordsachsen muss, um die Mittel abrufen zu können, 25 Prozent Eigenmittel aufbringen. Damit stünden für dieses und nächstes Jahr rund eine Million Euro für die Flickschusterei an den Kreisstraßen zur Verfügung.
Unabhängig von diesen Fördermitteln konnte Plath zwei größere Projekte nennen, die demnächst beginnen sollen. Auf der Bundesstraße 2 soll ab 8. bis ungefähr 19. August die Ortsdurchfahrt in Hohenossig ausgebessert werden. 665 Quadratmeter partielle Instandsetzung (einzelne Stellen) von Binder- und Deckschicht sind vorgesehen. Nicht auf der gesamten Fahrbahnbreite.
In Delitzsch sticht die Staatsstraße 4 ins Auge. Die Ortsdurchfahrt erhält im Bereich August-Bebel-Straße (Diesterweg-Schule) eine dünne Alsphaltdeckschicht, insgesamt 1770 Quadratmeter. Die vorhandene Deckschicht wird abgefräst. Der Ausbau erfolgt je nach Witterung Mitte bis Ende September.
Weitere spektakuläre Aktionen seien nicht möglich. Schadensbegrenzung ist angesagt. Plath: "An allen anderen Brennpunkten im Altkreis geht es darum, die Substanz zu erhalten, die Decken halbwegs geschlossen zu halten und Risse zu schließen." Denn wenn Feuchtigkeit und Frost in die Straßen eindringen, verursachen sie Löcher im Frühjahr.
Aktuell sind die Straßenbauer mit der Kontrolle von Brücken und Durchlässen, der Baumpflege und dem Grünschnitt beschäftigt. Sie entfernen Totholz und bessern auch kleinere Asphaltflächen auf den Straßen aus. Im sogenannten Sommerdienst kommt ausschließlich eigenes Personal zum Einsatz. Der Winterdienst wird ja bekanntlich mit Unterstützung von Fremdfirmen abgesichert.
Die Gemeinden und die Kreisverwaltung haben zusammen rund 1,6 Millionen Euro Fördermittel für die Beseitigung von Winterschäden an Straßen bekommen. Die Gelder müssen bis Ende des Jahres in Anspruch genommen sein. Wie viele Mittel es für Kommunen gibt, bemisst sich nach der Länge des jeweiligen kommunalen Straßennetzes.