Eilenburg/Doberschütz. Wie es mit dem Zweckverband Beschäftigungsförderung Nordsachsen weitergeht, steht momentan in den Sternen. Für schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose aus den Regionen Eilenburg und Doberschütz - die beiden Kommunen gehören dem Verband an - sollen andere Trägerformen gefunden werden. Damit sich dieser Personenkreis auch künftig auf dem zweiten Arbeitsmarkt einbringen kann. Derweil werden in den Mitgliedsgemeinden für die örtlichen Räte, die sich zum Jahresende noch einmal treffen, entsprechende Beschlüsse vorbereitet. Diese könnten, wie bereits berichtet, die Auflösung des Verbandes bedeuten.
"Wenn man die Zahlen ordentlich zusammenfügt, was jedes Jahr die Stadt und die Gemeinde in den Verband einbringen, dann ist das in dieser Form nicht mehr zu stemmen", stellte Roland Märtz (CDU), Bürgermeister von Doberschütz, fest. Die Eilenburger Nachbargemeinde gibt rund 20000 Euro dazu, Eilenburg rund 70000. In einem Gipfeltreffen mit dem Amtskollegen Hubertus Wacker (parteilos) und Verbandsgeschäftsführerin Elke Hachmeister sei eine weitere fünfstellige Summe im Gespräch gewesen, um den Verband am Leben zu erhalten. Und das für maximal zirka 50 Leute, was durchschnittlich 25 Mitarbeiter übers Jahr verteilt bedeutet, weil Projekte für mehr sogenannte Ein-Euro-Jobber nicht in Aussicht stehen. Das sei unrentabel. Nach der Auflösung des Verbandes könnten die Aufgaben in Gemeindehoheit fortgeführt und auch über örtliche Vereine oder Einrichtungen Förderprojekte beantragt werden.
120 bis 200 Beschäftigte wie in den vergangenen Jahren seien eine Illusion, weil der zweite Arbeitsmarkt in diesem Umfang nicht mehr gefördert, die Kräfte auf dem ersten gebraucht werden, hieß es. Dass die von den Sparmaßnahmen Betroffenen für den ersten Arbeitsmarkt aber meist nur selten geeignet sind, das wolle in der großen Politik keiner hören. Ob sich der politische Wind diesbezüglich wieder dreht, bleibt abzuwarten. "Derweil sollten wir schauen, welcher Verein welche Kräfte hat und etwas über Förderprogramme für geringfügig Beschäftigte organisieren", zeigte sich Märtz überzeugt. Die Tätigkeiten, mit denen sich Arbeitslosengeld-II-Empfänger 100 Euro als Aufwandsentschädigung hinzu verdienen dürfen, könnten, sind sich beide Gemeindechefs einig, ohne die Reglementierungen für sogenannte Ein-Euro-Jobber effektiver organisiert werden. Beispielsweise, warf Märtz ein, dürften in der Trägerschaft örtlicher Vereine auch Grünflächen gemäht werden. Die Gemeinde gibt die Sachkosten, die bisher in den Zweckverband eingezahlt wurden, demnach lieber Trägervereinen. Das letzte Wort haben Räte und Verbandsversammlung im Dezember.