Löbnitz/Bitterfeld. Der Zweckverband (ZV) Bergbaufolgelandschaft Goitzsche und die Gemeinde Löbnitz wollen künftig bei der Entwicklung und Vermarktung des ehemaligen Tagebaugebietes an einem Strang ziehen. Am Freitagabend unterzeichneten dazu der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) und der ZV-Geschäftsführer Harald Hamerla einen Rahmenvertrag.
Kontakte zwischen der nordsächsischen Gemeinde und dem Zweckverband im benachbarten Sachsen-Anhalt gibt es schon länger. Mit dem Beitritt in das Zweckbündnis, das den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, die Stadt Bitterfeld-Wolfen und die Gemeinde Muldestausee vereint, will sich Löbnitz noch etwas Zeit lassen. Beide sehen aber die touristische Entwicklung des Landschaftsparkes Goitzsche mit dem Seelhausener und dem Großen Goitzschesee als Gesamtheit. "Deshalb bringt sich die Gemeinde Löbnitz mittels eines Rahmenvertrages, der zunächst auf zwei Jahre begrenzt ist, ein", sagte Bürgermeister Wohlschläger. Finanziell wird sich die Gemeinde in Höhe des Mitgliedbeitrages, der für Löbnitz rund 4000 Euro im Jahr betragen würde, an gemeinsamen Projekten beteiligen. "Diese Summe ist in unserem Haushalt für 2011 eingestellt und in der Finanzplanung für 2012 vorgesehen", versicherte der Bürgermeister.
Ein ganz konkretes gemeinsames Projekt haben Zweckverband und Gemeinde bereits im Auge. Beide sind an einer Gewässerverbindung zwischen dem Seelhausener und dem Goitzschesee interessiert. "Sie würde das Potenzial des Seelhausener Sees um einiges erhöhen", so Wohlschläger. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, an der sich der neue Partner finanziell beteiligt. Darüber hinaus ist die Schaffung und Unterhaltung notwendiger Infrastruktur ein Gegenstand des Vertrages. So habe eine Wegeverbindung zwischen den Seen, ohne dass Radfahrer auf die Straße hinaus müssten, Priorität. "Denkbar ist das mit der Ertüchtigung der alten Brücke über den Lober-Leine-Kanal", sagte ZV-Vorsitzender Lars-Jörn Zimmer. Und am Seelhausener See müsse der Rundweg wieder geschlossen werden, in dem die Abbruchstelle bei Sausedlitz baldmöglichst beseitigt werde.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU), die bei der Unterzeichnung des Vertrages unweit der Grenze zwischen beiden Bundesländern teilnahmen, würdigten den Akt als weiteres Zeichen einer guten Zusammenarbeit. Tillich erinnerte daran, dass beide Länder schon beim Hochwasserschutz gemeinsam Projekte verwirklicht hätten. Zweckverbandschef Zimmer wünschte sich, dass die vereinbarte Zusammenarbeit genauso in eine Erfolgsstory führen möge, wie in den 1990er-Jahren die Vereinbarung zum Naturpark Dübener Heide.