Eilenburg. Um die Wirtschaft, insbesondere die in Eilenburg im Bereich Tourismus, ging es am Mittwoch auf der Versammlung des CDU-Stadtverbandes. Als Gäste konnte der Vorsitzende Mathias Gürke Landrat Michael Czupalla, Wirtschaftsförderin Uta Schladitz und den Präsidenten der Handwerkskammer Leipzig, Ralf Scheler, in der Galerie Bader begrüßen.
Blick man auf das zusammengewürfelte Kreisgebilde Nordsachsen, blickt man auf Eilenburg. Die Stadt macht rein geografisch betrachtet so ziemlich den Mittelpunkt aus. Und Kritiker hätten lieber Eilenburg als Kreisstadt gehabt als Torgau. Aber der Zug ist bekanntlich abgefahren.
Während Torgau also als Kreissitz und Renaissance-Stadt, der Delitzscher Raum mit der Nähe zu Leipzig und der Autobahn als Wirtschaftsstandort und Bad Düben als Kurstadt mit florierendem Heide-Spa-Hotel von sich reden machen, fehlt es der Muldestadt offenbar an einem Gesicht und touristischen Glanzlichtern. Gerade im touristischen Bereich gibt es Nachholebedarf, sowohl bei Leistungsanbietern, Angeboten und letztlich Ideen mit überregionaler Strahlkraft, was Stadtrat Hans Poltersdorf auf den Plan rief. Er wollte von der Wirtschaftsförderin wissen, inwieweit Eilenburg in die touristischen Strukturen des Landkreises eingebunden ist. Laut Schladitz gebe es für Sachsen eine neue Tourismusstrategie. Der Freistaat arbeite an einer neuen Kampagne, Nordsachsen gehöre zum Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland. "Wir müssen mehr im Bereich Produktentwicklung machen", sagte Schladitz. Darin würden künftig alle Anstrengung und Kraft investiert, gefordert seien vor allem private Anbieter touristischer Leistungen. Eilenburg könne sich da einbringen.
Worauf Poltersdorf hinaus wollte, war der Burgberg, um den sich der Eilenburger Burgverein kümmert und der zuletzt überregionale Bekanntheit gewann, als der Hang abrutschte. Der Burgberg etwa als touristischer Magnet für Eilenburg? Dafür braucht es Geld. "Gibt es da nicht die Möglichkeit einer finanziellen Förderung für den Hang?", wollte Poltersdorf wissen. Offenbar nicht, wie Schladitz sagte. Dies sei von ihrem Amt bereits ausreichend geprüft worden. "Es war kein Fördertopf da", um in Sicherungsmaßnahmen und mehr zu investieren.
Czupalla sieht derweil gute Chancen, wenn sich die Stadt beim Reformationsjubiläum 2017 einbrächte. Er persönlich werbe gern für das Ereignis. Es sei von herausragender Bedeutung - und zwar ebenso wie eine gute Verkehrsinfrastruktur, die die Basis für Entwicklungen sei. Czupalla warb erneut für eine mehrspurige B 87 bis nach Torgau, von der auch Eilenburg profitieren könnte. "Das ist ein ganz wichtiger Teil", sagte er, "eine Chance für die Wirtschaft."