Nordsachsen (TZ). Im Bereich Wirtschaft und Verkehr hält der Beteiligungsbericht des Kreises vier interessante Punkte bereit: die WFG Wirtschaftsförderung, den Omnibusverkehr Heideland (OVH), den Mitteldeutschen Verkehrsverbund und den Flughafen Leipzig/Halle.
Im Landkreis steht der Flughafen Leipzig/Halle, an dem Nordsachsen mit 0,25 Prozent beteiligt ist. 2010 wurden daher 19 291 Euro in die Kapitalrücklage für die Landebahn Süd eingezahlt. „Im Gegenzug“ sitzt mit Ulrich Fiedler der stellvertretende Landrat im Aufsichtsgremium der GmbH, die 2010 insgesamt 382 Menschen beschäftigte.
Mit 3,54 Prozent ist der Landkreis am Mitteldeutschen Verkehrsverbund, MDV, beteiligt. Der hat seinen Sitz in Leipzig und 26 Mitarbeiter. Das Verbandsgebiet umfasst sechs Landkreise und zwei kreisfreie Städte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der MDV sorgt für ein homogenes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln inklusive eines einheitlichen Ticketsystems. Der Kreis bezuschusste den MDV 2010 mit 77 066 Euro. Das sind ein paar Hunderttausend Euro weniger als noch 2009. Allerdings spart der Kreis dieses Geld nicht wirklich ein. Es handelt sie um sogenannte Durchtarifierungsverluste, die entstehen, weil mit einmal bezahlten Tickets verschiedene Verkehrsmittel benutzt werden können. Diese Mittel fließen nun direkt vom Kreis zu den betroffenen Verkehrsunternehmen und nicht mehr über den Umweg MDV.
Zum Beispiel auch an die Omnibusverkehrsgesellschaft „Heideland“ (OVH). Das Unternehmen mit Sitz in Oschatz ist eine 100-prozentige Tochter des Landkreises. Der Beteiligungsbericht 2010 zählt 74 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, die unter Leitung von Geschäftsführer Joachim Hoffmann ihren Dienst tun. Die OVH ist zudem mit 20 Prozent an einer GbR beteiligt, in der sich Verkehrsunternehmen des Altkreises Torgau-Oschatz zusammengeschlossen haben, um sich mit 1,7 Prozent am MDV zu beteiligen.
Die OVH kommt auf eine Gesamtlinienlänge von 630 Kilometern – 35 Kilometer davon entfallen auf die Stadtverkehre Torgau und Oschatz, die übrigen 595 Kilometer führen über Land. Das sind 80 Prozent des gesamten Busnetzes im Altkreis. Im Jahr 2010 überwies der Landkreis seiner Tochter rund 1,7 Millionen Euro. Das liegt daran, dass bestimmte Mittel direkt vom Landkreis und nicht mehr über den Umweg MDV in die Kassen kommen. Unter dem Strich erwirtschaftete die laut Beteiligungsbericht ein Plus von knapp 49 000 Euro – 2009 hatte ein Minus von rund 88 000 Euro gestanden.
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft, kurz WFG, ist eine 100-prozentige Tochter des Landkreises Nordsachsen und wird von Uta Schladitz geleitet. 2010 waren drei Mitarbeiter fest angestellt, weitere arbeiteten projektbezogen. Hauptprojekte des Jahres waren laut Bericht die Fortsetzung der Projekte Arbeitsmarktkoordinatorin und Seenkoordinator, außerdem die Projekt VIS NOVA und Regionales Entwicklungs-Konzept Dübener Heide. Zudem wurde angefangen, ein Energiekonzept zu erarbeiten, das Standortmarkteting für die Region Leipzig zu befeuern und das Regionale Übergangsmanagement Nordsachsen (RÜM) zu beantragen. Letzteres läuft im Übrigen erfolgreich, zuletzt wurden die Berufsinformationstage Torgau ins RÜM eingegliedert. Auch Tourismusförderung stand auf der WFG-Liste. Finanziell arbeitete die WFG unabhängig von Zuschüssen des Landkreises, für finanzielle Stabilität sorgten Sparkasse Leipzig, Volksbank Delitzsch und Raiffeisenbank Torgau. Unter dem Strich erwirtschaftete die Gesellschaft 2010 einen Überschuss von 5685,07 Euro.