Nordsachsen (TZ). In Deutschland und Europa gibt es noch viel Geld zu holen. Man muss nur wissen, wo es zu finden ist. Nordsachsens Hand an den großen Fördermitteltöpfen heißt WFG. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat jetzt ihr Geschäftsjahr 2010 bilanziert.
Der Bericht gibt Einblicke in die finanzielle Lage und die Aktivitäten des landkreiseigenen Unternehmens. Mit einem Jahresüberschuss von 5685,07 Euro verfügt die Gesellschaft über „eine geordnete Vermögens- und Finanzlage“, wie es im Bericht heißt. Unterstrichen wird dort auch, dass diese Lage vor allem der kontinuierlichen Unterstützung durch die Sparkasse Leipzig, die Volksbank Delitzsch sowie die Raiffeisenbank Torgau möglich gewesen sei.
Ein großer Erfolg der WFG im vergangenen Jahr war das Anbohren des Fördertopfes der Förderinitiative Regionales Übergangsmanagement. Damit stehen dem Kreis nun über drei Jahre hinweg insgesamt rund 624 000 Euro für verschiedene Projekte zur Verfügung, die den Übergang zwischen Schule, Ausbildung und Arbeit fördern und jungen Menschen eine berufliche Perspektive in Nordsachsen aufzeigen. So hat das Regionale Übergangsmanagement des Kreises in diesem Jahr die Koordination der Berufsinformationstage in Torgau übernehmen können, die bislang in den Händen der Stadtverwaltung lag. Ebenfalls innerhalb der WFG aktiv ist der sogenannte Seenkoordinator. Seine Tätigkeit konzentriert sich auf den nördlichen Teil des Leipziger Neuseenlands, wo es unter anderem den Werbeliner, Schladitzer, Zwochauer und Seelhausener See zu entwickeln gilt. Auch hier müssen Fördermöglichkeiten gesucht und genutzt werden, außerdem steht Standort-Marketing beispielsweise auf Messen auf der Agenda von Seenkoordinator Eckhard Müller.
Wenngleich die Akquise von Fördermitteln einen wichtigen Bestandteil von Wirtschaftsförderung darstellt, hat die WFG in diesem Bereich 2010 auch ganz klassische Aufgaben wahrgenommen. „Es gab 50 Anfragen nach Immobilien, zu denen 83 Angebote abgegeben wurden. 15 Immobilien konnten vermittelt werden“, heißt es im Bericht. Und weiter: „Zu 76 Anfragen nach Gewerbeflächen bzw. Erweiterungsvorhaben wurden 125 Angebote abgegeben. 15 Erweiterungen bzw. Neuansiedlungen wurden realisiert.“
Nach außen hin tritt die WFG vor allem durch Unternehmensbesuche ihrer Geschäftsführerin Uta Schladitz und des Beiratsvorsitzenden Michael Czupalla in Erscheinung. Insgesamt 72 solcher Besuche absolvierten sie. Die WFG ist eng mit dem Amt für Wirtschaftsförderung des Landkreises Nordsachsen verbunden, dessen Leiterin ebenfalls Uta Schladitz ist.