18. Januar 2012 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

Gravierende Änderungen

Nordsachsen (TZ). Volkshochschulen, Abfallunternehmen, Krankenhäuser und sogar ein Hotel – der Landkreis Nordsachsen ist an einigen spannenden Unternehmungen beteiligt. Wie es um diese bestellt ist, steht im alljährlichen Beteiligungsbericht. Der hat mittleren Buchcharakter und liegt den Kreisrätinnen und Kreisräten seit Dezember vergangenen Jahres vor. Auch die TZ hat ein Exemplar und wird, wie schon im vergangenen Jahr, über die kommenden Wochen verteilt, eine Zusammenfassung liefern.

Dabei sollte freilich nicht vergessen werden, dass der Beteiligungsbericht die Daten des Jahres 2010 beinhaltet – dem zweiten kompletten Nordsachsenjahr übrigens. In Anbetracht der gravierenden Änderungen, die im vergangenen Jahr beschlossen wurden und in diesem Jahr ihrer Umsetzung harren, wirkt manches daher überholt, spiegelt aber dennoch den aktuellsten verfügbaren Stand wider.

Ein schönes Beispiel sind die Eigenbetriebe Bildungsstätten des Landkreises. Bis Ende vergangenen Jahres gab es noch separate Betriebe für den Raum Delitzsch und den Raum Torgau-Oschatz. Zum 1. Januar 2012 sind diese Eigenbetriebe nun zu einem einzigen fusioniert. Veränderungen zeichnen sich seit letztem Jahr auch beim Eigenbetrieb Rettungsdienst ab. Mit dem Einschwenken des Landkreises auf den sächsischen Kurs der Großleitstelle Leipzig, die die Einrichtung in Delitzsch ersetzen soll, läuft die Zeit dieses Eigenbetriebes ab. Ein erster vorbereitender Schritt für die Eingliederung der verbliebenen Aufgaben war die Ernennung Frank Breitfelds zum Leiter des Betriebs. Breitfeld leitet gleichzeitig das Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises. Schlagzeilenträchtig waren die Entwicklungen 2011 bei den Kreiswerken Delitzsch, die ebenfalls ins Portfolio des Landkreises gehören. Hier wurde mithilfe eines Darlehens der private Gesellschafter herausgekauft, um ein EU-Verfahren wegen der langfristigen Vergabe der Restmüllentsorgung im Altkreis zu verhindern. Das Unternehmen ist seither zu 100 Prozent kommunal.

Besonderes Augenmerk galt im zurückliegenden Jahr auch den Krankenhäusern. Ihr wirtschaftlicher Erfolg machte sie zur Zielscheibe der externen Haushaltskonsolidierer und zum Inhalt jeder Haushaltsdebatte. Verkauft wird nicht – hieß es hier allerdings von Seiten der Verwaltung, wie auch der Kreisräte. Neu ist allerdings, dass nun auch die Krankenhäuser Gewinne an den Landkreis abführen können.
Was die Zweckverbände betrifft, an denen der Kreis beteiligt ist, stand der zur Erhaltung der „Döllnitzbahn“ im Blickpunkt – die Kleinbahn konnte schlussendlich gerettet werden.